Presse-Texte

 

 

 

 

 

Seit vielen Jahren berichtet das Autorenpaar Kalle Meyer & Anne Büürma über ihre gemeinsamen Reisen. Unzählige Artikel sind so in namhaften deutschen Reisemobilzeitschriften erschienen. 

 

Eine Auswahl der schönsten Artikel ist in dem Buch „Rückblick in die Zukunft“ - Im Wohnmobil auf den Straßen Europas - (ISBN 978-3756530-35-9) erschienen.

 

Als Leserservice werden hier in unregelmäßigen Abständen alle neuen Artikel der Autoren zum Thema Reisen und Reisemobiltourismus veröffentlicht. Diese Artikel werden zu gegebener Zeit von den entsprechenden Printmedien übernommen.

 

 

 

 

 

Campertreffen Leipzig 2026

03. – 08. September 2026

Text und Fotos Kalle Meyer

 

 

Mit dem Wort Perfektion soll man zu Recht vorsichtig umgehen. Aber ganz dicht dran waren die Organisatoren des Campingtreffens Leipzig 2026. Was Ute und Andreas Stolper sowie Kerstin und Frank Stieler auf die Beine gestellt haben nötigt schon Respekt ab.

 

Roadtrip-Vibes, Dance und leuchtendes Neonschild: Das Campertreffen 2026 legte einen echten Traumstart hin! In einer Kulisse, die haargenau aus einem US-amerikanischen 50s-Diner entsprungen sein könnte, wurde das Event schwungvoll eröffnet. Frank Stieler, der Chief in Command des Organisationsteams, schnappte sich das Mikrofon und stimmte die Menge mit einer gehörigen Portion Humor und Charme auf die kommenden Tage ein. Nach einer kurzen Tour durchs Programm hieß es schließlich offiziell: Welcome on Board und auf eine unvergessliche gemeinsame Zeit! Die Community nutzte den Abend ausgiebig zum ersten Beschnuppern, denn die Gesichter waren bunt gemischt: Neben treuen Reisemobil-Union-Veteranen mischten etliche neue Crews das Feld auf. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen voller Abenteuerlust – vereint durch das eine große Ziel: gemeinsam eine legendäre Zeit zu haben. Zum krönenden Abschluss blieb natürlich kaum einer auf den Bänken sitzen. Passend zum Kulissen-Feeling wurde zu bester Country-Musik das Tanzbein geschwungen. Wenn dieser Auftakt ein Vorgeschmack auf die nächsten Tage war: Buckle up, folks – das wird großartig!

 

 „Sportlich“ – so lässt sich das straffe Programm am besten zusammenfassen. Während sich eine wackere Truppe zu Fuß aufmachte, um die nähere Umgebung auf Schusters Rappen zu erkunden, schwang sich die zweite Fraktion unter der fachkundigen Regie von Andreas Stolper in den Sattel. Bei einer steifen Brise Gegenwind zeigte sich schnell, wer brav den Akku geladen hatte: Dank eifriger Watt-Unterstützung schoss die E-Bike-Eskorte trotz Sturmstärke locker über den wunderbaren Radweg. Ziel der Etappe war ein ausgesprochen uriges Lokal, das kulinarisch keine Wünsche offenließ. Was die Speisekarte hergab, landete auf den Tellern – und sagen wir es mal so: Es war schlicht und ergreifend ein Gedicht. Die Belohnung für die Mühen folgte auf dem Rückweg zum Knaus-Campingplatz: Mit ordentlich Schiebewind im Rücken segelten alle fast von ganz allein zurück ins Lager. Am Abend stand eine Kabarett-Dinner-Show auf dem Plan, die dem Wort „Rahmenprogramm“ alle Ehre machte. Hier gab es nicht nur exquisites Essen in festlicher Atmosphäre, sondern auch beste Stand-up-Comedy im hautnahen Live-Erlebnis. Mit Manni enterte ein echter Profi der Szene die Bühne. Sein aktuelles Programm lautete „Manni geht ans Eingemachte“ – und das war keineswegs zu viel versprochen: Trockener Humor, treffsichere Pointen und kein Thema, das vor ihm sicher war. Sagen wir es so: Wer nach dem köstlichen Essen dachte, er könnte entspannt verdauen, hatte die Rechnung ohne Mannis Pointen-Feuerwerk gemacht. Ein Abend für Magen und Zwerchfell!

 

Auf Leipzig, die Stadt und die Sehenswürdigkeiten waren die Teilnehmer besonders neugierig. Auf dem Programm stand – und zwar im Doppelpack aus Panoramasicht vom Busfenster und strammem Fußmarsch ein intensiver Besuch der Stadt. Unsere ortskundige Stadtführerin erwies sich als wandelndes Lexikon und verpasste uns eine Tour de Force durch die Leipziger Geschichte, den Stadtverkehr, die Architektur und den Wandel seit der Wende. Zu wirklich jedem Stein wusste sie eine Anekdote. Erster echter Wow-Moment: Das Völkerschlachtdenkmal. Ein gigantischer Koloss von einem Bauwerk! Die schieren Dimensionen rauben einem den Atem, während die historische Kulisse dahinter kräftig zum Nachdenken anregt. Nach der Dosis Gigantismus ging es zur Stärkung in die Traditionsgaststätte „Napoleon“ – kalorientechnisch quasi eine Vorbereitung auf den nächsten Feldzug. Frisch aufgetankt wartete die Leipziger Altstadt: Vorbei an der Thomaskirche (der Heimat der weltberühmten Thomaner) schlenderten wir von Promi-Sehenswürdigkeit zu Promi-Sehenswürdigkeit, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, bis hin zur Nikolaikirche als Wiege der friedlichen Revolution von 1989. Man kann es gar nicht oft genug betonen: Leipzig hat sich herausgeputzt! Die restaurierte Bausubstanz ist eine Wucht, und das quirlige Leben in den unzähligen Cafés, Bars und Restaurants macht einfach Lust auf mehr.

 

Dass Leipzig eine Medienstadt ist, wussten wir – doch was das Orga-Team mit der Führung durch das MDR-Medienzentrum aufgetischt hat, war ein Blick hinter die Kulissen der ganz besonderen Art. Eine sympathische Führerin schickte uns mitten hinein in die Welt der großen Fernseh-Magie und zerlegte unsere TV-Romantik innerhalb von Minuten in ihre Einzelteile. Erste Station: Die berühmte „Sachsenklinik“ aus der Serie „In aller Freundschaft“. Die ernüchternde Erkenntnis? Kein echtes Krankenhaus, keine echten Ärzte – alles reine Studio-Attrappe! Weiter ging das große Entzaubern beim Boulevard-Magazin „Brisant“: Die schicke Studio-Kulisse entpuppte sich als schnöde, knallgrüne Box. Und auch im Nachrichtenstudio kocht man nur mit Wasser: Die Moderations-Profis lesen ihre schlauen Texte ganz entspannt vom Teleprompter ab. Der Einzige, der noch echten Nervenkitzel erlebt, ist der Wettermann: Er muss seine Vorhersage millimetergenau auf die Sekunde timen, bevor die Regie knallhart den Stecker zieht. Fazit: Ein faszinierender und extrem unterhaltsamer Lehrgang in Sachen TV-Trickserei. Da hat unser Orga-Team mal wieder absolut ins Schwarze getroffen! Bei einem abendlichen Grillfest konnten alle bisherigen Eindrücke nochmals diskutiert werden.

 

Der letzte ganze Tag beim Campertreffen 2026 in Leipzig stand ganz im Zeichen der Tiefenentspannung – eine Disziplin, die von allen Beteiligten ohne Murren und mit absoluter Hingabe gemeistert wurde. Nachmittags ging es direkt in die kulinarische Verlängerung: Kaffee und Kuchen satt! Als wäre das nicht schon Verwöhnung genug, zog das Orga-Team ein Ass aus dem Ärmel und überraschte jeden mit einem genialen Erinnerungsgeschenk. Ab sofort ziert eine Fußmatte mit dem offiziellen Logo des Leipziger Campertreffens die Türschwellen unserer Mobile. Ein perfektes Souvenir: So tritt man die großartigen Erinnerungen an diese Tage künftig im Wortsinn täglich mit Füßen – im allerbesten Sinne! Ein riesiges Dankeschön an das Team für diese fantastische Idee. Aber auch die Truppe ließ sich nicht lumpen. Als Vergeltungsmaßnahme für die Top-Organisation wurden die Macher des Treffens – Andreas & Ute sowie Kerstin & Frank – mit zwei prall gefüllten Präsentkörben voller Leckereien überrascht. Ehrenamt muss schließlich schmecken! Zum stilvollen Ausklang ging es abends auf Schusters Rappen (je nach Beinstärke als „romantischer Spaziergang“ oder „Verdauungswanderung“ deklariert) zu einem gemütlichen Gartenlokal. Bei deftigem Essen, kühlem Bier und einer bestens aufgelegten Live-Band wurde noch einmal ausgiebig das Tanzbein geschwungen.

 

Fazit: Das Orga-Team hat eine absolute Visitenkarte abgegeben! Alles lief wie am Schnürchen, und über die winzigen Kanten, die es vielleicht irgendwo gab, hüllen wir entspannt den Mantel des Vergessens. Und mal unter uns: Den Namen Frank Stieler merken wir uns definitiv – auch für zukünftige Projekte (Stichwort RU). Unsere volle Unterstützung hat er jedenfalls sicher! (K.M.)

 

 

 

 

 

Die Eierlegende-Wollmilch-Sau – der Chronist ist fündig geworden!

 

Text: Kalle Meyer

 

 

Der Chronist ist bekanntlich ein hartnäckiger Geselle. Wenn er sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, wird getestet, probiert, verworfen und wieder von vorne angefangen. So war er seit geraumer Zeit auf der Suche nach der Eierlegenden-Wollmilch-Sau unter den Wohnmobil-Pflegemitteln.

 

Und siehe da: Nach unzähligen Versuchen ist er tatsächlich fündig geworden!

 

Neugierig? Dann folgt dem Chronisten in die Welt der erstaunlichen Entdeckungen.

 

Seit Jahren ärgert den Chronisten ein ganz besonderes Problem: Unser Wohnmobil soll möglichst dauerhaft vor Wind und Wetter geschützt sein. Die chemische Industrie hat dafür natürlich allerhand im Angebot – von Dauerpolituren über Wundermittel mit unaussprechlichen Namen bis hin zu hochgelobten Keramikversiegelungen. Der Chronist hat sie alle ausprobiert.

 

Das Ergebnis war allerdings eher ernüchternd. Was laut Hochglanzprospekt jahrelang halten sollte, verabschiedete sich in der Realität oft deutlich früher. Der eine Schutz hielt bis zum nächsten Regen, der andere immerhin bis zum nächsten Winter. Wirklich zufrieden war der Chronist damit nicht.

 

Dann kam der Zufall zu Hilfe. Beim Streifzug durch einen Drogeriemarkt fiel sein Blick auf ein unscheinbares kleines Tiegelchen. Keine futuristische Verpackung, kein englischer Produktname, kein Hinweis auf Nanotechnologie und schon gar kein Versprechen, damit könne man nebenbei noch den Mond polieren.

 

Der Chronist wurde neugierig.

 

Die Testphase begann. Als Versuchsobjekt musste zunächst unser Anhänger herhalten. Nach gründlicher Reinigung wurde die geheimnisvolle Substanz mithilfe eines Schwammes großflächig, gleichmäßig und dünn aufgetragen.

 

Dann hieß es warten. Nach etwa ein bis zwei Stunden Ablüftzeit kam das Microfasertuch zum Einsatz. Mit kreisenden Bewegungen wurde die inzwischen angetrocknete Substanz sorgfältig auspoliert.

 

Und dann geschah etwas, womit der Chronist eigentlich gar nicht gerechnet hatte:

Glanz! Nicht nur ein bisschen Glanz, sondern ein richtig schöner, makelloser Glanz. Dazu kam ein erstaunlich guter Schutz gegen Regen und Schmutz.

 

Der Anhänger ließ sich in der Folgezeit geradezu verdächtig einfach reinigen. Ein bisschen klares Wasser, ein Tuch – und der Straßendreck hatte sich erledigt.

 

Das Interessante daran: Dieser Test liegt inzwischen etwa zwei Jahre zurück. Und seitdem wurde der Schutzfilm nicht ein einziges Mal erneuert. Kein Nachpolieren. Keine Auffrischung. Keine weitere Behandlung.

Der Schutz hält bis heute – und damit deutlich länger als so manches sündhaft teure Mittelchen, das uns die chemische Industrie mit großem Werbeaufwand schmackhaft machen wollte. Der Chronist war beeindruckt.

 

Also wurde der Versuch auf das gemeinsame Wohnmobil ausgeweitet. Und siehe da: Auch hier wiederholte sich das erstaunliche Ergebnis. Glanz, Wasserabweisung und ein erfreulich unkomplizierter Schutz gegen den alltäglichen Wohnmobilwahnsinn.

 

Mittlerweile hat der Chronist sogar ein Großgebinde dieser geheimnisvollen Substanz in seinem Vorrat. Man weiß ja nie – vielleicht kommt irgendwann noch jemand mit einem Bus vorbei.

 

Nun werdet ihr euch natürlich fragen: Was ist das für ein geheimnisvolles Wundermittel?

 

Ist es eine revolutionäre Nanobeschichtung? Eine Hightech-Keramik aus dem Forschungslabor? Eine streng geheime Rezeptur der NASA? Oder vielleicht ein Produkt, das nur bei Vollmond unter Ausschluss der Öffentlichkeit hergestellt wird?

 

Nein. Die Antwort ist verblüffend einfach – und vor allem verblüffend preisgünstig. Man bekommt sie in kleinen Tiegelchen praktisch überall im Drogeriemarkt.

 

Der Name des Wundermittels lautet: V A S E L I N E Jawohl. Vaseline!

 

Der Chronist hat also nach der Eierlegenden-Wollmilch-Sau gesucht und sie ausgerechnet dort gefunden, wo man sie am wenigsten vermutet, im Drogeriemarkt zwischen Hautpflege und Lippenbalsam.

 

Manchmal muss es eben nicht Hightech sein. Manchmal reicht ein Tiegelchen Vaseline. (K.M.)

 

 

 

 

 

Mit dem Wohnmobil zu den Beatles und an die Ostsee

 

Text & Fotos: Kalle Meyer

Fotos: Anne Büürma

 

 

Nach einer Zeit, in der gesundheitliche Themen unseren Alltag bestimmten, war die Vorfreude auf diese Reise besonders groß. Unser Wohnmobil war mit neuen automatischen Hubstützen nochmals komfortabler geworden, und so stand einer entspannten Sommertour Richtung Mecklenburg-Vorpommern nichts mehr im Wege. Auf dem Programm standen kulturelle Höhepunkte, reizvolle Städte, die Ostseeküste und vor allem viele persönliche Begegnungen.

 

Die ersten Stationen führten uns nach Bad Salzuflen und Bad Pyrmont. Beide Kurorte präsentierten sich von ihrer schönsten Seite – gepflegte Parkanlagen, lebendige Innenstädte und eine angenehme Atmosphäre luden zum Bummeln und Verweilen ein. Bereits hier zeigte sich, dass es sich lohnt, auch bekannte Reiseziele nach einigen Jahren erneut zu besuchen.

 

Ein ganz besonderer Höhepunkt erwartete uns anschließend in Bad Gandersheim. Dort besuchten wir das Beatles-Musical bei den Gandersheimer Domfestspielen. Zwar galt ein striktes Foto- und Filmverbot, doch die Aufführung selbst entschädigte dafür in jeder Hinsicht. Die Darsteller überzeugten mit hervorragendem Gesang und mitreißender Spielfreude, begleitet vom exzellenten Festivalorchester. Für Fans der Fab Four war dieser Abend ein echtes Erlebnis und wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

 

Ebenso wertvoll wie kulturelle Höhepunkte sind auf Reisen die Begegnungen mit Menschen. In Bergfeld verbrachten wir einen wunderschönen Tag bei unseren langjährigen Freunden Rosi und Peter. Seit rund zehn Jahren kreuzen sich unsere Wege immer wieder – zuletzt sogar in Spanien. Das Wiedersehen war geprägt von vielen Erinnerungen, herzlichen Gesprächen und großer Gastfreundschaft. Gerade weil beide Familien in den vergangenen Jahren gesundheitliche Herausforderungen bewältigen mussten, hatte dieses Treffen für uns eine ganz besondere Bedeutung.

 

Von dort führte unsere Reise weiter nach Mecklenburg-Vorpommern. Grabow überraschte mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern und einem idyllischen Stellplatz am Wasser. Von dort aus unternahmen wir eine Radtour nach Ludwigslust. Das imposante Schloss mit seinem weitläufigen Park zählt zweifellos zu den sehenswertesten Anlagen Norddeutschlands und beeindruckte uns ebenso wie die großzügige Gestaltung der gesamten Schlossanlage.

 

Ein weiterer Höhepunkt war unser längerer Aufenthalt in Elmenhorst bei Rostock. Dort besuchten wir Annes Tochter, die uns gemeinsam mit ihrem neuen Lebensgefährten herzlich empfing. Solche familiären Begegnungen gehören für uns zu den schönsten Momenten jeder Reise. Gleichzeitig bot der Standort ideale Voraussetzungen, um Warnemünde, Rostock und die Ostseeküste zu erkunden.

 

Warnemünde zeigte sich von seiner lebhaften Seite. Rund um den Alten Strom herrschte reges Treiben, zahlreiche Besucher genossen das maritime Flair, Fischbrötchen und den Blick auf die ein- und auslaufenden Schiffe. Wenige Kilometer weiter fanden wir entlang der Steilküste wieder jene Ruhe, die man an der Ostsee so schätzt. Bei herrlichem Sommerwetter unternahmen wir ausgedehnte Fahrradtouren direkt am Meer und genossen immer wieder den freien Blick bis zum Horizont.

 

Auch Ribnitz-Damgarten hinterließ einen bleibenden Eindruck. Im Deutschen Bernsteinmuseum erfuhren wir viel über das „Gold der Ostsee“ und bewunderten die kunstvollen Arbeiten der Bernsteinschleifer. Weniger überzeugend fiel dagegen der Besuch einer als Therme beworbenen Badeanlage aus, die unseren Erwartungen an Wellness nicht ganz gerecht wurde. Solche kleinen Enttäuschungen gehören jedoch zu jeder Reise und sorgen im Nachhinein oft für die besten Geschichten.

 

Den Abschluss unseres Aufenthalts in Mecklenburg-Vorpommern bildete Anklam. Besonders beeindruckt hat uns dort das moderne Otto-Lilienthal-Museum. Die anschauliche Ausstellung vermittelt eindrucksvoll, welche Pionierleistungen Lilienthal für die Entwicklung der Luftfahrt erbracht hat. Zahlreiche Mitmachstationen machen den Museumsbesuch auch für Familien zu einem besonderen Erlebnis.

 

Natürlich verlief nicht jeder Reisetag vollkommen reibungslos. Baustellen und Umleitungen sorgten gelegentlich für unfreiwillige Extraschleifen, und auf der Heimfahrt verlangte uns der dichte Verkehr rund um Hamburg einiges an Geduld ab. Solche Erlebnisse gehören zum Reisen mit dem Wohnmobil jedoch ebenso dazu wie spontane Begegnungen und kleine Überraschungen am Wegesrand.

 

Nach rund vier Wochen kehrten wir mit vielen neuen Eindrücken, zahlreichen Fotos und vor allem schönen Erinnerungen nach Hause zurück. Unsere Reise zeigte einmal mehr, wie abwechslungsreich Mecklenburg-Vorpommern ist: historische Städte, beeindruckende Schlösser, kilometerlange Radwege, maritime Landschaften und herzliche Menschen machen das Bundesland zu einem idealen Ziel für Wohnmobilreisende.

 

Für uns steht schon heute fest: Diese Tour wird nicht unsere letzte Reise in den Norden Deutschlands gewesen sein. (K.M.)

 

 

 

 

Endlich wieder unterwegs – Zwischen Steinhuder Meer, Weser und neuen Hubstützen…

 

Text und Fotos: Kalle Meyer, Fotos: Anne Büürma…

 

Manchmal beginnt die schönste Reise nicht mit dem Drehen des Zündschlüssels, sondern mit einem Arzt, der sagt: „Alles sieht gut aus.“

Nach einer erfolgreichen Operation Mitte Mai stand fest: Die Genesung verläuft hervorragend, die Therapie wird bestens vertragen und derzeit sind keine Krebszellen nachweisbar. Eine Narbe bleibt zwar als Erinnerung zurück, aber die nimmt man für diese Nachricht gerne in Kauf. Also gab es nur eine logische Konsequenz: Das Wohnmobil musste endlich wieder auf Tour.

 

Der perfekte Start? Natürlich nicht!

 

Unser erstes Ziel war das Steinhuder Meer. Die Anreise verlief allerdings nach dem altbewährten Morphischen Gesetz: kräftiger Regen, voller Autobahnverkehr – und irgendwo unterwegs die Erkenntnis, dass die Tabletten noch zu Hause lagen.

 

Immerhin zeigte sich der Stellplatz von seiner besten Seite: gepflegt, großzügig und genau so, wie Wohnmobilfahrer es mögen.

Lediglich unsere Satellitenanlage hatte offenbar beschlossen, zunächst ein Eigenleben zu führen. Minutenlang drehte sie sich in alle Himmelsrichtungen, vermutlich auf der Suche nach Außerirdischen, bevor sie schließlich doch noch den gewünschten Satelliten fand. Danach herrschte Frieden – am Himmel ebenso wie im Wohnmobil.

 

Fahrrad statt Wanderschuhe

 

Eigentlich liegen vom Stellplatz bis zur Promenade nur wenige hundert Meter. Für gesunde Menschen ein Spaziergang – für den Chronisten mit einer hartnäckigen Schleimbeutelentzündung im Knie dagegen eine kleine Expedition.

 

Also wurden kurzerhand die Fahrräder zum wichtigsten Verkehrsmittel erklärt. Schließlich muss man im Urlaub keine Rekorde aufstellen – außer vielleicht beim entspannten Genießen.

 

Die Belohnung ließ nicht lange auf sich warten: ruhige Promenaden, ein herrlicher Abend am Wasser, ausgezeichnetes Essen beim Griechen und eine Stimmung, die man kaum besser inszenieren könnte.

 

Zufälle gibt es…

 

Zwischendurch wurden in einer örtlichen Praxis die Fäden der Operation entfernt. Endlich war der Chronist offiziell vom Nähgarn befreit.

Nur wenige Minuten später kreuzte – völlig überraschend natürlich – eine Eisdiele unseren Weg.

Gegen solche Schicksalsschläge ist man machtlos.

 

Feiertage können Stellplätze füllen

 

Eigentlich wollten wir weiterreisen.

Eigentlich.

 

Doch plötzlich füllte sich der Stellplatz mit Wohnmobilen in einer Geschwindigkeit, als gäbe es etwas umsonst. Erst nach kurzem Nachdenken fiel der Groschen: Fronleichnam in Nordrhein-Westfalen.

 

Während andere also Brückentag machten, beschlossen wir, einfach noch etwas länger in Steinhude zu bleiben. Man muss schließlich nicht immer gegen den Strom fahren – manchmal reicht es völlig, einfach sitzen zu bleiben.

 

Bodenwerder und der Baron

 

Weiter ging es schließlich an die Weser nach Bodenwerder.

Google Maps lotste uns über idyllische Nebenstraßen, weil auf den Hauptstrecken gerade eine Radsportveranstaltung stattfand. Manchmal ist ein Umweg eben doch die schönere Strecke.

 

Bodenwerder begrüßte uns mit einem herrlichen Stellplatz direkt am Fluss und einer charmanten Altstadt, die leider auch die Schattenseiten vieler Innenstädte zeigt: zahlreiche leerstehende Geschäfte. Schade, denn das historische Stadtbild hätte deutlich mehr Leben verdient.

 

Natürlich durfte auch ein Besuch beim berühmtesten Einwohner der Stadt nicht fehlen: Baron Münchhausen scheint bis heute dafür zu sorgen, dass Geschichten hier ein kleines bisschen größer erzählt werden als anderswo.

 

Wenn die Tür streikt

 

Kaum war etwas Ruhe eingekehrt, meldete sich das Wohnmobil selbst zu Wort.

Die Aufbautür entwickelte ihren ganz eigenen Charakter. Mal schloss sie problemlos, mal überhaupt nicht. Die Aussicht, irgendwann entweder nicht mehr hinein- oder nicht mehr herauszukommen, erschien wenig verlockend.

Werkstatttermine? August oder September.

 

Also lautete die Devise einmal mehr: selber machen.

Nach kurzer Fehlersuche entlarvte der Chronist ein winziges gebrochenes Bauteil als Übeltäter. Dank eines schnell gelieferten Ersatzteils war das Schloss schon am nächsten Tag wieder einsatzbereit.

Manchmal besteht modernes Reisemobilleben eben zu gleichen Teilen aus Urlaub und Maschinenbau.

 

Korbach überrascht

 

Nächste Station: Korbach.

Der dortige Wohnmobilstellplatz verdient tatsächlich die Bezeichnung „Wohnmobil-Hafen“. Großzügig geplant, hervorragend ausgestattet und nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt.

 

Am Wochenende herrschte dort buntes Treiben mit Flohmarkt, Einkaufspublikum und jeder Menge Leben. Tags darauf zeigte sich dieselbe Stadt von ihrer ruhigen Seite: Fachwerkhäuser, liebevoll restaurierte Gebäude und eine Altstadt, die zum gemütlichen Schlendern einlädt.

 

Den Hochzeitstag feierten wir traditionell in einem schönen Restaurant – auch solche kleinen Rituale gehören schließlich zum Reisen dazu.

 

Das eigentliche Ziel

 

Doch der wahre Grund unserer Tour wartete noch in Diez an der Lahn.

Unsere mechanischen Hubstützen sollten gegen automatische ausgetauscht werden.

Das bedeutet künftig: kein Kurbeln mehr, keine Diskussionen über die Wasserwaage und hoffentlich auch kein „Noch zehn Zentimeter zurück! Nein, die andere Richtung!“.

Soweit zumindest die Theorie.

 

Pünktlich. Leider einen Tag zu früh.

 

Am Morgen standen wir geschniegelt und gestriegelt fünf Minuten vor acht Uhr vor der Werkstatt.

Die Mitarbeiter schauten freundlich.

„Ihr Termin ist morgen.“

Es gibt Momente, in denen man sich fragt, ob der Ruhestand vielleicht doch einen größeren Kalender erfordert.

Immerhin bescherte uns dieser Irrtum den vermutlich frühesten ALDI-Einkauf unseres Lebens.

Auch eine Erfahrung.

 

Neue Technik, entspannter Rücken

 

Am zweiten Versuch klappte dann alles.

Während unser Wohnmobil acht Stunden lang neue Hubstützen erhielt, erkundeten wir die hübsche Altstadt von Diez, testeten mehrere Cafés, überzeugten uns von der Qualität örtlicher Eisdielen und warteten geduldig auf den erlösenden Anruf.

Am Nachmittag war es soweit.

 

Ein Knopfdruck.

Ein paar ungewohnte Geräusche.

Kurzes gespanntes Schweigen.

Dann stand das Wohnmobil perfekt waagerecht.

Ganz ohne Auffahrkeile.

Ganz ohne Diskussionen.

Ganz ohne akrobatische Einweisungsversuche.

Unser Fazit fiel entsprechend eindeutig aus: Der Komfortgewinn ist enorm – und unser Rücken wird uns diese Investition vermutlich noch viele Jahre danken.

 

Fazit

 

Diese Reise hatte von allem etwas: Gesundheit, Regen, Sonnenschein, kleine Pannen, große Erleichterung, wunderschöne Landschaften und jede Menge Begegnungen.

 

Vor allem aber hat sie gezeigt, dass die schönsten Touren nicht dadurch entstehen, dass alles perfekt läuft.

Sondern dadurch, dass man über die kleinen Missgeschicke lachen kann – und am Ende mit einem zufriedenen Lächeln nach Hause fährt. (K.M.)

 

 

 

 

 

JHV Oberbrombach 2026…

Reisemobil-Union mit Herz, Humor und Harmonie

 

Text und Fotos: Kalle Meyer
Fotos: Anne Büürma

 

 

Wenn die Reisemobil-Union e.V. zur Jahreshauptversammlung lädt, wird aus einem gewöhnlichen Wochenende schnell ein großes Wiedersehen unter Freunden. So auch 2026 in Oberbrombach, wo sich bereits Tage vor dem offiziellen Beginn die ersten Reisemobile auf dem beliebten Stellplatz „Höhenblick“ einfanden. Schnell wurde klar: Weder hohe Dieselpreise noch lange Anfahrten konnten die Mitglieder davon abhalten, gemeinsam ein paar unbeschwerte Tage zu verbringen.

Denn genau das macht die Treffen der RU seit Jahren aus: Gemeinschaft, Verlässlichkeit und die besondere Freude, vertraute Gesichter wiederzusehen.

 

Ein Stellplatz mit Persönlichkeit

 

Der Stellplatz „Höhenblick“ ist weit mehr als nur ein Ort zum Übernachten. Wer hier ankommt, taucht in eine kleine Erlebniswelt voller liebevoller Details ein. Zwischen originellen Dekorationen, humorvollen Ideen und überraschenden Blickfängen entdeckt man ständig Neues – mal skurril, mal charmant, aber immer mit einem Augenzwinkern gestaltet.

 

Im Mittelpunkt steht dabei der Betreiber selbst: eine Mischung aus Gastgeber, Organisator, Manager und guter Seele des Platzes. Einer, der überall gleichzeitig zu sein scheint und mit sichtbarer Leidenschaft dafür sorgt, dass sich seine Gäste willkommen fühlen.

 

Frühanreise statt Feiertagsstau

 

Der Anreisetag verlief entspannt – vermutlich auch deshalb, weil viele Teilnehmer eine clevere Strategie verfolgten: lieber einen Tag früher anreisen, als sich in den Verkehr rund um das lange Wochenende zum 1. Mai einzureihen. So rollten die Reisemobile nach und nach in Oberbrombach ein, begleitet von bestem Frühlingswetter und ausgelassener Stimmung.

 

Kaum eingeparkt, begann das große Hallo. Alte Bekanntschaften wurden aufgefrischt, neue Kontakte geknüpft. Zwischen herzlichen Umarmungen, ersten Fachgesprächen und viel Gelächter verging der Tag wie im Flug.

 

Geselligkeit gehört einfach dazu

 

Am Abend lud die RU traditionell zum Sektempfang ein. In lockerer Atmosphäre wurde angestoßen, erzählt und diskutiert – natürlich durfte es statt Sekt auch gerne ein gutes Glas Wein sein. Genau diese unkomplizierte Geselligkeit ist es, die den besonderen Charakter der RU-Veranstaltungen prägt.

 

Sachlich, freundlich, effizient

 

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der eigentlichen Jahreshauptversammlung 2026. Wie gewohnt verliefen die Diskussionen freundlich, sachlich und konstruktiv. Dank einer klaren und zielgerichteten Gesprächsführung entwickelte sich die Sitzung sogar zu einer der kürzesten Jahreshauptversammlungen der vergangenen Jahre.

 

Ein Ergebnis, das viele Teilnehmer durchaus mit einem zufriedenen Schmunzeln quittierten.

 

Grillgenuss mit Kultstatus

 

Dass Oberbrombach bereits mehrfach Gastgeber einer RU-Jahreshauptversammlung war, kommt nicht von ungefähr. Neben der entspannten Atmosphäre ist es vor allem die Küche des Platzbetreibers, die längst Kultstatus genießt. Was hier auf den Grill kommt, begeistert die Gäste Jahr für Jahr aufs Neue.

 

Für manche Teilnehmer, so war mehrfach augenzwinkernd zu hören, wäre allein das schon eine Reise wert.(K.M.)

 

 

 

 

 

Wenn Freiheit plötzlich teurer wird – Wohnmobilreisen im Schatten hoher Dieselpreise

 

Text Kalle Meyer

 

Von der großen Sehnsucht nach der Straße – und den neuen Grenzen eines alten Traums

 

Es ist ein Bild, das viele kennen: Ein Wohnmobil steht am frühen Morgen auf einem Stellplatz, die Tür geöffnet, der Blick geht hinaus auf Berge, Meer oder weite Felder. Für unzählige Ruheständler in Deutschland war genau das der Inbegriff von Freiheit. Nach Jahrzehnten der Arbeit endlich unterwegs sein, unabhängig, selbstbestimmt – das eigene Zuhause immer dabei.

 

Doch diese Freiheit hat ihren Preis. Und der ist in den vergangenen Jahren und besonders in den letzten Wochen spürbar gestiegen.

Die hohen Dieselpreise in Deutschland treffen eine Gruppe besonders: ältere Wohnmobiltouristen. Viele von ihnen sind mit Fahrzeugen unterwegs, die nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Sie sind robust, zuverlässig – und verbrauchen mehr Kraftstoff. Was früher kaum ins Gewicht fiel, wird heute schnell zur finanziellen Belastung.

 

Die Folge: Aus Spontaneität wird Planung. Aus Reiselust wird Kalkulation.

 

Wo einst einfach losgefahren wurde, stehen heute Fragen im Raum: Wie weit können wir fahren? Wie lange reicht das Budget? Lohnt sich der nächste Abstecher noch? Für nicht wenige bedeutet das, ihre Touren zu verkürzen oder ganz auf bestimmte Reisen zu verzichten. Der Traum vom grenzenlosen Unterwegssein bekommt Risse.

 

Dabei ist die Situation oft auch emotional geprägt. Für viele Senioren ist das Wohnmobil mehr als ein Fortbewegungsmittel – es ist Symbol eines Lebensabschnitts, den man sich lange erarbeitet hat. Umso schmerzhafter ist es, wenn äußere Umstände diesen Lebensentwurf plötzlich infrage stellen.

 

Und dennoch wäre es zu einfach, nur von Einschränkung zu sprechen.

 

Denn gerade Pensionisten verfügen über einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Sie müssen nicht täglich zur Arbeit pendeln, sind nicht an feste Rhythmen gebunden und können flexibel auf Entwicklungen reagieren. Während steigende Spritpreise für Berufstätige oft eine unmittelbare Mehrbelastung im Alltag bedeuten, bleibt die Nutzung des Wohnmobils für viele Ruheständler eine bewusste, planbare Entscheidung.

 

Diese Flexibilität eröffnet neue Perspektiven. Immer mehr Wohnmobilisten entdecken das langsame Reisen für sich. Sie bleiben länger an einem Ort, erkunden die Umgebung intensiver und legen weniger Kilometer zurück. Was zunächst wie ein Verzicht erscheint, entpuppt sich nicht selten als Gewinn: mehr Ruhe, mehr Tiefe, mehr Erlebnis.

 

Auch touristische Regionen spüren diesen Wandel. Die klassische Rundreise wird seltener, dafür gewinnen längere Aufenthalte an Bedeutung. Gerade kleinere Orte profitieren davon, wenn Reisende nicht nur durchfahren, sondern verweilen.

So verändert sich der Wohnmobiltourismus – leise, aber nachhaltig.

 

Ein neuer Blick auf die Freiheit

 

Die derzeit hohen Dieselpreise sind und bleiben eine Herausforderung. Sie zwingen insbesondere ältere Reisende dazu, ihre Gewohnheiten zu überdenken und mit ihrem Budget bewusster umzugehen. Doch sie nehmen nicht die Essenz des mobilen Reisens.

Vielleicht liegt gerade in dieser Entwicklung eine Chance: weg vom schnellen Kilometerfressen, hin zu einem entschleunigten Unterwegssein. Weniger Strecke, mehr Bedeutung. Weniger Tempo, mehr Wahrnehmung.

 

Die Freiheit des Wohnmobils war nie nur eine Frage der Reichweite. Sie war immer auch eine Frage der Haltung.

Und genau diese Haltung bleibt – auch wenn das Tanken teurer geworden ist.(K.M.)

 

 

 

Erstes RU-Treffen-SÜD in Oberkirch

20. – 22. März 2026

Fotos & Text: Kalle Meyer

 

 

Gelungener Saisonauftakt in Oberkirch
 

Der Treff-Süd der Reisemobil-Union startet mit starker Beteiligung ins Jahr 2026

 

Oberkirch. Ein nahezu vollständig belegter Wohnmobilstellplatz bereits am Vorabend des offiziellen Anreisetages spricht eine deutliche Sprache: Die Vorfreude auf das erste Treffen SÜD der Reisemobil-Union e.V. (RU) im Jahr 2026 war groß – und wurde vollauf bestätigt.

Schon früh reisten Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands an. Neben zahlreichen neuen Gesichtern kam es zu vielen Wiedersehen langjähriger Mitglieder. Rasch entwickelte sich eine offene und herzliche Gemeinschaft. Ein gemeinsames Abendessen bot den passenden Rahmen, um erste Kontakte zu knüpfen und bestehende zu vertiefen.

 

Charmanter Gastgeber überzeugt

 

Der offizielle Anreisetag stand im Zeichen des Austauschs und erster Erkundungen. Für viele Teilnehmer – insbesondere aus Norddeutschland – war Oberkirch bislang weitgehend unbekannt. Umso größer fiel die positive Resonanz aus: Die Stadt präsentierte sich als charmant, gastfreundlich und angenehm überschaubar – eine Wahl, die sich als Volltreffer erwies.

 

Offizielle Begrüßung in lockerer Atmosphäre

 

Am späten Nachmittag begrüßten Veranstalter Michael Schilke sowie der Vizepräsident der RU, John Bexkens, die Teilnehmer offiziell. Statt formeller Reden setzte man bewusst auf eine ungezwungene Atmosphäre: Mit Sekt und Orangensaft hieß das Organisationsteam die Gäste willkommen. Der Abend klang anschließend bei weiteren kulinarischen Entdeckungen in der örtlichen Gastronomie aus.

 

Starke Unterstützung durch die Stadt


Die Stadt Oberkirch erwies sich als engagierter Gastgeber. Jedes Reisemobil wurde mit einem Willkommenspräsent begrüßt, zudem standen ausreichend reservierte Stellflächen zur Verfügung. Diese Unterstützung ist keineswegs selbstverständlich und wurde von Veranstaltern wie Teilnehmern gleichermaßen geschätzt. Ein besonderer Dank gilt dem Touristenbüro Oberkirch für die freundliche und unkomplizierte Zusammenarbeit.

 

Stadtführung mit Witz und Geschichte


Ein weiterer Höhepunkt war die geführte Tour durch Oberkirch. Unterhaltsam und zugleich informativ vermittelte der Gästeführer Wissenswertes zur Geschichte der Stadt. Mit viel Humor und anschaulichen Anekdoten gestaltete er die Führung lebendig und kurzweilig.

 

Genuss und Geselligkeit als fester Bestandteil


Die Mitglieder der RU sind traditionell den guten Genüssen zugetan – entsprechend durfte auch dieses Element nicht fehlen. In geselliger Runde kam man erneut an einer langen Tafel zusammen und ließ die gemeinsamen Tage kulinarisch ausklingen.

Gut gestärkt, noch vom Vortage, endete das „Erste RU-Treffen SÜD“ am Sonntag, 22. März 2026, um 10:00 Uhr – ganz im Sinne der langjährigen RU-Tradition – mit der Verabschiedung der Teilnehmer. Veranstalter und Vizepräsident dankten für die überwältigende Resonanz und wünschten allen eine „knitterfreie“ Rück- oder Weiterreise. Ein rundum gelungenes Wochenende fand damit seinen Abschluss.

 

Fazit:


Für viele Teilnehmer war die Anreise weit – doch die hohe Beteiligung zeigt: Der Aufwand hat sich gelohnt. Erst durch dieses Engagement wurde das Treffen SÜD in dieser Form möglich. Zahlreiche neue Kontakte wurden geknüpft, bestehende intensiviert.

Das örtliche Organisationsteam um Sonja und Michael Schilke sowie Gisela und Gerhard Grammel überzeugte mit einem ausgewogenen Programm, das zugleich Raum für individuelle Unternehmungen ließ – das ist keine Selbstverständlichkeit.

Oberkirch, wo sich die Reisemobil-Union außerordentlich willkommen fühlte, wird den Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben. Eine Wiederholung an diesem Ort erscheint mehr als denkbar. Wer nicht dabei war, hat zweifellos etwas verpasst. (K.M.)

 

 

 

 

 

Hamburg bis Osterrönfeld…

 

Eine Reise zwischen Staus, Sturm und maritimen Momenten…Oktober 2025…

Text und Fotos: Kalle Meyer

 

Von völliger Freiheit zu festen Terminen – für das reisefreudige Paar, das sich Jahr für Jahr mit dem Wohnmobil auf den Weg macht, hat sich in jüngster Zeit einiges verändert. Die Infusionstermine des Chronisten verlangen Planung, und auch am Haus standen Renovierungsarbeiten an. Doch nun war es wieder soweit: Die „To-Do-Liste“ rief – und mit ihr lang gehegte Ziele wie Hamburg, Travemünde und Eckernförde.

 

Ankunft in Hamburg: Stau, Stadtlärm und große Pläne

 

Die Fahrt in die Hansestadt geriet zur Geduldsprobe. Ein schwerer Unfall legte die Autobahn lahm und sorgte für stundenlange Verzögerungen. Doch der Wohnmobilstellplatz mitten in Hamburg entschädigte wenigstens mit perfekter Lage: eng, laut, teuer – aber fußläufig zur Speicherstadt. Auf der Erkundungstour erlebten die Reisenden Hamburg in seiner ganzen Vielfalt. Die Speicherstadt beeindruckte mit hanseatischer Kulisse, die Elbphilharmonie mit majestätischer Architektur und weiter Aussicht. Ein geplanter Höhepunkt jedoch fiel ins Wasser: Für das Miniatur Wunderland gab es ohne Reservierung keine Chance. Spontan ging es daher mit dem Doppeldeckerbus durch die Stadt – vorbei an Rathaus, „Teuermeile“ und unters Dach der „Europa Passage“. Am Ende eines prall gefüllten Tages waren die Füße müde und die Köpfe voll neuer Eindrücke.

 

Travemünde: Seebadtradition und Schiffe zum Greifen nah

 

Weiter führte die Reise nach Travemünde, das „Tor zur Ostsee“. Historisch gewachsen, maritim geprägt und mit einer echten Ikone ausgestattet: der Viermastbark Passat, die still auf ihrem Platz ruht und von vergangenen Zeiten der Windjammerflotte erzählt. Beim Bummeln über die Promenade fielen nicht nur Anne, sondern auch vielen anderen Besuchern die gut gefüllten Einkaufstaschen auf. Besonders eindrucksvoll: Die großen Seeschiffe, die in unmittelbarer Nähe vorbeiziehen – ein Schauspiel, das selbst Stammgäste immer wieder fasziniert.

 

Ein angekündigter Sturm fiel glimpflich aus. Der Wind war kräftig, der Regen kurz – ein guter Grund, den Weg über die Strandpromenade anzutreten, einen kleinen Wochenmarkt zu besuchen und für einen Freund aus Österreich ein ganz bestimmtes Windspiel an der Promenade aufzuspüren.

 

Eckernförde: Altbekannte Idylle im Regenmantel

 

Dann ging es weiter nach Eckernförde – ein Ort, der den Reisenden bereits von früheren Touren vertraut war. Pünktlich bei der Ankunft entlud die Wetterfront jedoch ihr volles Potenzial: Sturm und Starkregen peitschten über das Land und die Ostsee. Wer die Stadt sehen will, muss dem Wetter trotzen – und genau das taten sie. Rund um die Sankt-Nicolai-Kirche herrschte Markttreiben, Fisch landete im Einkaufskorb, und trotz Regenkleidung waren beide bei ihrer Rückkehr zum Wohnmobil nass bis auf die Haut. Und doch: Der Charme Eckernfördes blieb ungebrochen.

 

Osterrönfeld: Logenplatz am Nord-Ostsee-Kanal

 

Der stürmische Wetterbericht machte Appetit auf eine Alternative – und so fiel die Entscheidung auf Osterrönfeld bei Rendsburg, den perfekten Ort fürs „Schiffe gucken“. Der terrassenförmige Stellplatz mit direktem Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal entpuppte sich als Volltreffer. Ein Spaziergang durch den Fußgängertunnel unter dem Kanal führte die Reisenden ins Zentrum von Rendsburg – vertraut und doch im Wandel, lebendig, aber mit sichtbaren Leerständen. Ganz wie in vielen Städten dieser Größe. Rechtzeitig vor einem weiteren Regenguss erreichten sie das Wohnmobil – und konnten sich wieder ihrem Lieblingsspaß widmen: den großen Pötten auf dem Kanal.

 

Abbruch der Reise – und dennoch reich an Momenten

 

Schließlich machten die Wetterprognosen eine Weiterfahrt unattraktiv. Starker Regen und Sturm standen für die kommenden Tage auf dem Plan, und wichtige Termine zu Hause warteten bereits. Die Rückfahrt verlief erstaunlich problemlos – sogar der Elbtunnel präsentierte sich staufrei. Auch wenn die Reise vergleichsweise kurz war, bleibt sie in Erinnerung: mit der majestätischen Elbphilharmonie, dem maritimen Flair Travemündes, der rauen Schönheit Eckernfördes und dem unmittelbaren Erleben der großen Schiffe am Nord-Ostsee-Kanal.

 

Das Wetter spielte nicht mit – doch vielleicht macht gerade das die nächste Reise umso schöner. (K.M.)

 

 

 

 

 

Sangerhausen

 

Treff-Ost 2025 der Reisemobil Union e.V.: Gemeinschaft, Geschichte und Gastfreundschaft in Sangerhausen...

 

November 2025

 

Der Treff-Ost der Reisemobil Union e.V. (RU) findet im November 2025 bereits zum zweiten Mal in Sangerhausen statt. Lange war es überfällig, ein RU-Treffen und dann vielleicht auch eine Jahreshauptversammlung in einem östlichen Bundesland auszurichten. Umso größer war die Freude über die erneute Einladung in die Stadt am südlichen Harz Rand.

 

Sangerhausen präsentiert sich als Ort mit zwei Gesichtern: Über Tage lockt das Europa-Rosarium mit der weltweit größten Sammlung an Rosensorten, ein farbenprächtiger Garten, der selbst in ruhigen Monaten eindrucksvoll wirkt. Unter Tage dagegen erinnert der Röhrigschacht an die jahrhundertelange Tradition des Kupferbergbaus – ein Kontrast, der die Region prägt. Aufgrund von Wartungsarbeiten blieb das Besucherbergwerk diesmal geschlossen, doch die St.-Jacobi-Kirche und die Gassen der Altstadt boten genügend Stoff für eindrucksvolle Entdeckungen. Viele Gebäude sind liebevoll restauriert, das Stadtbild wirkt durchdacht und aufmerksam gepflegt.

 

Der Wohnmobilstellplatz von Sangerhausen überzeugt durch seine moderne Ausstattung und die außergewöhnliche Freundlichkeit des Betreiberpaars. Noch fehlen letzte Arbeiten, ehe auch Sauna, Whirlpool und Swimmingpool genutzt werden können – das Potenzial, zu einem der besten Stellplätze Deutschlands zu werden, ist jedoch bereits sichtbar.

 

Am ersten Abend kamen die Teilnehmer zu einem gemütlichen Beisammensein zusammen. In zwangloser Atmosphäre wurden neue Kontakte geknüpft, alte gepflegt und ein eindrucksvolles Mitbring-Buffet aufgebaut, das die Vielfalt der RU-Gemeinschaft widerspiegelte. Eine Besuchergruppe nutzte die Gelegenheit für einen Rundgang durch das Spengler-Museum, dessen naturkundliche und historische Sammlungen – allen voran das nahezu vollständige Skelett eines Steppenmammuts – zu den bedeutendsten in der Region zählen.

 

Wie bei allen Veranstaltungen der Reisemobil Union stand auch in Sangerhausen die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Offizielle Begrüßung, Gruppenfoto, Abschlussworte – das vertraute Ritual gab dem Treffen einen verbindenden Rahmen. Die Teilnehmer dankten Astrit Surkamp und ihrem Team ausdrücklich für die sorgfältige Vorbereitung und die Organisation vor Ort.

 

Das Fazit fiel einhellig positiv aus: Der Treff-Ost 2025 war geprägt von einer ausgesprochen freundschaftlichen, harmonischen Stimmung. Sangerhausen selbst präsentierte sich als bemerkenswert gepflegte und lebendige Stadt, deren historische Fassaden und modernes Stadtmanagement gleichermaßen überzeugten. Besonders im Sommer – wenn das Rosarium in voller Blüte steht – lohnt sich ein Besuch allemal. (K.M.)

 

 

 

 

Kastenwagen vs. klassischem Wohnmobil…

 Welcher Camper passt zu mir…

Text: Kalle Meyer

 

 

Freiheit auf vier Rädern, Sonnenaufgang am See, Kaffee im Freien – der Traum vom Leben im Camper ist für viele der Inbegriff von Unabhängigkeit. Doch bevor es losgeht, steht eine entscheidende Frage im Raum: Soll es ein Kastenwagen oder ein klassisches Wohnmobil sein.

 

Beide versprechen Abenteuer, aber sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Zeit, die beiden Camper-Typen einmal genau unter die Lupe zu nehmen – damit man weiß, welches Zuhause auf Rädern am besten zu dir/euch passt.

 

Der Kastenwagen – kompakt, flexibel, unkompliziert

 

Der Kastenwagen, oft auch Campervan genannt, ist der Allrounder unter den Freizeitmobilen. Meist basiert er auf Transporter Modellen wie dem Fiat Ducato, Mercedes Sprinter oder VW Crafter. Innen steckt er voller cleverer Lösungen: ein Bett, eine kleine Küche, oft sogar ein Bad – alles auf wenigen Quadratmetern.

 

Sein größter Trumpf ist die Flexibilität. Mit einer Länge von meist 5,4 bis 6,4 Metern bleibt er erstaunlich handlich. Parkplätze in der Stadt sind kein Problem, schmale Landstraßen sowieso nicht. Viele Camper nutzen ihren Van sogar im Alltag – mit einem Handgriff wird aus dem Reisemobil das Alltagsauto.

 

Vorteile auf einen Blick:

  • Kompakt, wendig und alltagstauglich
  • Ideal für spontane Trips oder Wochenend-Abenteuer
  • Dezenter Auftritt – auch für „Wildcamping light“ geeignet
  • Meist günstiger in Anschaffung und Unterhalt

Aber: Der Raum ist begrenzt. Im Kastenwagen wird jeder Zentimeter genutzt, doch wer viel Platz oder Komfort erwartet, stößt schnell an Grenzen. Dusche und Küche sind kompakt, der Wohnbereich eher funktional als großzügig.

 

Dennoch: Für viele Reisende ist der Kastenwagen genau deshalb die perfekte Mischung aus Komfort und Freiheit. Gerade Alleinreisende oder Paare schätzen die Möglichkeit, spontan und flexibel unterwegs zu sein, ohne auf grundlegende Annehmlichkeiten verzichten zu müssen. Zudem punktet der Van mit einem geringeren Spritverbrauch und niedrigeren Betriebskosten, was ihn besonders für längere Touren oder häufige Nutzung attraktiv macht.

 

Das klassische Wohnmobil – Komfort auf Rädern

 

Wer mehr Platz zum Leben und Reisen sucht, landet schnell beim klassischen Wohnmobil. Es basiert zwar auf einem ähnlichen Fahrgestell wie der Kastenwagen, doch der Aufbau ist komplett neugestaltet. Hier entstehen kleine Wohnwelten mit gemütlicher Sitzgruppe, großer Küche und teils separater Dusche.

 

Ob Alkoven, teilintegriert oder vollintegriert – die Auswahl ist riesig.
Das Fahrgefühl ist etwas behäbiger, dafür kommt echtes Zuhause-Gefühl auf. Wer länger unterwegs ist, mit Kindern reist oder den Luxus von Stauraum schätzt, wird sich hier sofort wohlfühlen.

 

Vorteile auf einen Blick:

  • Großzügiger Innenraum und hoher Wohnkomfort
  • Mehr Stauraum, größere Küche und separates Bad
  • Bessere Isolierung – ideal auch für Winterreisen
  • Perfekt für Familien oder Langzeitreisen

Nachteile:

 

Das größere Format bedeutet weniger Flexibilität. Auf engen Straßen wird’s knifflig, Parkplätze sind rar und das Fahrgefühl erinnert eher an einen LKW als an einen PKW. Auch beim Spritverbrauch und der Maut kann es teurer werden.

 

Der direkte Vergleich

 

Kriterium

Kastenwagen

Klassisches Wohnmobil

Größe

5,4–6,4 m – kompakt & citytauglich

6,5–8 m – viel Platz, aber sperrig

Fahrgefühl

Agil, fast wie ein PKW

Gemütlich, aber weniger wendig

Innenraum

Eng, funktional

Geräumig, wohnlich

Ausstattung

Kompaktküche, kleines Bad

Große Küche, Dusche, Sitzgruppe

Isolierung

Gut, aber einfach

Sehr gut, wintertauglich

Verbrauch

8–11 l / 100 km

11–14 l / 100 km

Alltagstauglich

Ja, oft auch Zweitwagen

Nein, reines Freizeitfahrzeug

Neupreis

ca. 55.000–75.000 €

ca. 70.000–120.000 €

 

Welcher Camper passt zu dir/uns?

Ihr seid spontan, aktiv und liebt Abenteuer? Dann wird der Kastenwagen ein treuer Begleiter. Er ist perfekt für Roadtrips, Wochenendausflüge und Reisen, bei denen man flexibel bleiben will. Besonders Paare, Alleinreisende und Outdoor-Fans schwören auf die Freiheit, überall anhalten zu können – auch mal abseits der typischen Campingplätze.

 

Ihr reist mit Familie, bleibt gerne länger an einem Ort oder schätzt Komfort? Dann ist das klassische Wohnmobil euer mobiles zuhause. Hier ist Platz für Kind, Hund, Vorräte und Regenwetter. Ideal für lange Reisen durch Europa oder als rollendes Ferienhaus.

 

Tipp: Mietet, vor dem Kauf!

 

Nichts ersetzt die Erfahrung, ein paar Tage selbst hinterm Steuer zu sitzen. Viele Verleiher bieten beide Modelle an – so kann man direkt vergleichen, welcher Camper sich „richtig“ anfühlt.

 

Denn am Ende gilt: Egal ob kompakter Van oder komfortables Wohnmobil – das beste Fahrzeug ist das, das zu eurem Lebensstil passt.

 

Fazit

 

Der Kastenwagen steht für Abenteuer, Spontanität und Flexibilität. Das Wohnmobil für Komfort, Raumgefühl und entspanntes Reisen.

 

Egal, wofür man sich entscheidet: Beide bringen euch dorthin, wo Freiheit beginnt – auf die offene Straße, in die Berge, ans Meer oder einfach raus ins Leben. (K.M.)

 

 

 

 

 

 

Die Seele an der Fulda baumeln lassen…

Kassel & Melsungen im August 2025…

 

Zwischen Krebsdiagnose und Wohnmobilträumen – eine Reise zurück ins Leben…

 

Text & Fotos: Kalle Meyer

 

Es beginnt mit einem Schock. Beim Chronisten wird ein malignes Melanom diagnostiziert – schwarzer Hautkrebs, aggressiv, lebensbedrohlich. Was folgt, ist ein Marathon durch Kliniken in Münster und Osnabrück: großflächige Operation, Entfernung von Lymphknoten, MRT- und CT-Kontrollen auf Metastasen. Zum Glück ohne jeden Befund. Doch zur Sicherheit startet eine Immuntherapie – ein Kampf im Inneren, still, unsichtbar, aber entscheidend.

 

Und als ob das nicht genug wäre, „erkrankt“ auch unser Wohnmobil. Ein Riss im Dach, genau dort, wo Stabilität selbstverständlich sein sollte. Die Reise scheint in Gefahr. Erst die Werkstatt unseres Vertrauens „Lewandowski Caravaning“ in Bramsche gibt  Entwarnung: Die Dichtigkeit ist wiederhergestellt, die Reise kann beginnen.

 

Zwei Krisen, eine Botschaft: Aufgeben ist keine Option.

 

Rinteln – Freundschaft als erste Etappe

 

Das erste Ziel ist kein Ort, sondern Menschen: Ilona und Matthias in Rinteln. Langjährige Weggefährten, verbunden durch einige Winter in Spanien. Beim Wiedersehen geht es weniger um Sehenswürdigkeiten als um Geschichten, Erlebnisse, Veränderungen. Ein Tag voller Vertrautheit – und ein Auftakt, der zeigt: Diese Reise wird mehr Herz als Kilometer zählen.

 

Kassel – Erinnerungen und Neuentdeckungen

 

Dann Kassel. Für den Chronisten ein Ort voller Vergangenheit – in den 1970er Jahren hieß es hier pauken, lernen, bestehen. Heute geht es um das Gegenteil: entschleunigen, erleben, genießen.

 

Der erste Abend schenkt einen Sonnenuntergang über Fulda und Campingplatz. Mit den Rädern geht es ins Herz der Stadt: Königsplatz, Friedrichsplatz, das Fridericianum. 7.000 Papierpalmen schmücken die Straßen – irritierend, faszinierend, Kunst eben.

 

Die Fuldaauen werden zur Entdeckung. Ein Landschaftspark von seltener Schönheit, per Rad „erfahren“, ein Stück Luxus, den die Herrschenden vergangener Jahrhunderte hinterlassen haben.

 

Eine Stadtrundfahrt überrascht: Statt 25 Euro pro Person winkt der Busfahrer ab – die Touristenkarte deckt alles ab. Ein ungewohnt positives Erlebnis in einer Welt, in der sonst jeder Cent zählt. Höhepunkt: der Bergpark Wilhelmshöhe mit dem Herkules-Denkmal, imposant wie eh und je.

 

Melsungen – die kleine Stadt mit großem Charakter

 

Weiter nach Melsungen. Eine Fachwerkperle an der Fulda, klein, aber voller Charme. Das Rathaus von 1662 thront über dem Marktplatz, die Gassen atmen Geschichte. Auf der alten Brücke schliffen einst Holzfäller – die „Bartenwetzer“ – ihre Äxte. Ein Brauch, der der Stadt ihren Spitznamen gab.

 

Die Hitze kündigt sich an, bis zu 37 Grad. Frühmorgens geht es auf den Fulda-Radweg, rechtzeitig zurück, bevor die Sonne unerbittlich wird.

 

Und dann: Feierabendmarkt. Rund um das historische Rathaus reihen sich Stände aneinander, es duftet nach Bratwurst, Pizza, Döner. Die berühmte „Aale Wurscht“ darf nicht fehlen. Dazu Bier und Wein – offiziell gegen die 34 Grad, inoffiziell für die Gemütlichkeit. Livemusik spielt, die Stadt feiert, und mittendrin wir: dankbar, dabei zu sein.

 

Mehr als eine Reise

 

Termine zwingen zur Heimkehr. Doch diese Tage waren mehr als ein Ausflug. Sie waren ein Statement: Trotz Krankheit, trotz Sorgen, trotz Rissen im Dach und im Leben – das Unterwegssein ist möglich.

 

Eine Reise, die nicht nur an die Fulda führte, sondern zurück ins Leben. (K.M.)

 

 

 

 

 

Camping im Wandel: Smarter, grüner, vielfältiger…

Wie sich Wohnmobilreisen und Camping in den kommenden Jahren verändern werden…

 

Text: Kalle Meyer

 

Die Wohnmobil- und Campingbranche befindet sich im Aufbruch. Seit Jahren wächst die Nachfrage – durch die Corona-Pandemie wurde der Trend noch einmal beschleunigt. Was früher als einfache Urlaubsform für Naturfreunde galt, hat sich zu einem Lebensgefühl entwickelt. Doch wie geht es weiter? Welche Innovationen, Bedürfnisse und Entwicklungen prägen die Zukunft des Campings?

 

Individuell, flexibel, unabhängig – das neue Reiseverständnis

 

Der gesellschaftliche Wandel beeinflusst das Reiseverhalten nachhaltig: Die Sehnsucht nach Freiheit, Spontaneität und Individualität wird stärker – besonders in Zeiten zunehmender Digitalisierung und globaler Krisen. Camping steht dabei für ein Lebensgefühl, das genau diesen Wunsch erfüllt.

 

Mit dem Boom des mobilen Arbeitens rückt auch die „Workation“ – also das Arbeiten von unterwegs – in den Fokus. Viele Camper und Camperinnen rüsten ihre Fahrzeuge mit WLAN, Solartechnik und ergonomischer Bürofläche aus. Der Wohnmobilurlaub wird zum mobilen Lebensmodell, das über klassische Ferienzeiten hinausreicht.

 

Technologische Trends: Die Wohnmobile der Zukunft - Elektrifizierung und alternative Antriebe

 

Nachhaltigkeit wird zum Leitthema – auch in der Fahrzeugentwicklung. Elektrisch angetriebene Wohnmobile sind aktuell noch selten, doch Hersteller investieren verstärkt in Reichweitenoptimierung und Alltagstauglichkeit. Auch Wasserstoff und Hybridmodelle gelten als zukunftsweisende Alternativen.

 

Leichtbau und ökologische Materialien

 

Um Ressourcen zu schonen, setzen viele Hersteller auf Leichtbauweise und recycelbare Materialien. Das senkt das Gewicht, spart Energie und reduziert Emissionen. Natürliche Dämmstoffe, FSC-zertifizierte Hölzer und schadstofffreie Ausbauten gewinnen an Bedeutung.

 

Smart-Camping: Digitalisierung auf Rädern

 

Intelligente Bordelektronik, App-gesteuerte Systeme und moderne Navigationslösungen sind auf dem Vormarsch. Energiemanagement, Licht, Klima oder Sicherheit – alles lässt sich bequem per Smartphone oder Sprachsteuerung bedienen. Das Wohnmobil wird zum rollenden Smart Home.

 

Campingplätze im Wandel: Vom Stellplatz zum Erlebnisort

 

Die Erwartungen an Infrastruktur steigen – einfache Parzellen reichen nicht mehr aus. Moderne Campingplätze investieren in:

 

Private Sanitärbereiche

Stromanschlüsse für E-Fahrzeuge

Highspeed-Internet

Wellnessbereiche und Gastronomie

Themencamping und Freizeitangebote

 

Camping wird zunehmend zum Erlebnis: Themenbereiche, Animation, Sportangebote und naturnahe Rückzugsorte bieten für jede Zielgruppe etwas.

 

Wohnmobilstellplätze entwickeln sich ebenso weiter – mit komfortabler Ver- und Entsorgung, Duschen, WLAN und Buchung per App.

 

Nachhaltigkeit als Schlüsselthema

 

Camping gilt als klimafreundlich – doch auch hier hängt viel von Anreise, Energieverbrauch und Verhalten vor Ort ab. Der Trend geht zu:

 

Solargestützten Systemen

Müllvermeidung & Recycling

Wasser- und Energieeinsparung

Regionale Versorgung

Öko-Zertifizierungen von Stell und Campingplätzen

 

Immer mehr Betreiber setzen auf umweltfreundliche Lösungen wie Regenwassernutzung, grüne Stromversorgung oder Insektenhotels. Gleichzeitig wächst das Umweltbewusstsein bei den Gästen – und mit ihm die Nachfrage nach nachhaltigem Campingerlebnis.

 

Neue Zielgruppen und flexible Formate

 

Camping ist längst nicht mehr nur ein Thema für Senioren. Junge Menschen, digitale Nomaden, Familien und urbane Paare entdecken den Reiz des Vanlifes. Getrieben durch Social Media avanciert Camping zum Symbol für Freiheit, Abenteuer und Achtsamkeit.

 

Kurztrips und Mikro-Abenteuer boomen: Kompakte Vans, Mini-Camper und Dachzelte ermöglichen spontane Wochenendtrips und passen in jeden Alltag. Die Folge: neue Märkte – und neue Herausforderungen.

 

Engpässe, Freisteher und Verantwortung

 

Die hohe Nachfrage sorgt in der Hochsaison vielerorts für Platzmangel. Abhilfe schaffen digitale Buchungssysteme, flexible Preisgestaltung und der gezielte Ausbau neuer Stellflächen.

 

Zunehmend problematisch: das wilde Campen. Konflikte mit Anwohnern und Behörden nehmen zu. Es braucht klare Regelungen, nachhaltige Konzepte für naturverträgliches Freistehen und mehr Sensibilisierung bei Reisenden.

 

Fazit: Die Zukunft des Campings ist vielversprechend

 

Zwischen Technik und Natur, Digitalisierung und Nachhaltigkeit entsteht eine neue, spannende Form des Reisens. Der Trend zum Camping bleibt – aber er verändert sich: smarter, grüner und vielseitiger. Wer innovative Angebote mit ökologischem Anspruch und gutem Service kombiniert, wird auch in den kommenden Jahren erfolgreich sein. (K.M.)

 

 

 

 

 

 

Totgesagte leben oft länger…

Erfolgreiche Jahreshauptversammlung sichert Zukunft der Reisemobil Union (RU)

 

Text & Fotos: Kalle Meyer

 

Müden an der Aller – Die Reisemobil Union (RU) hat auf ihrer Jahreshauptversammlung (JHV) vom 15. bis 18. Mai 2025 in Müden an der Aller eine drohende Krise abgewendet und ihre Handlungsfähigkeit wiederhergestellt. Nach dem Rücktritt wichtiger Präsidiumsmitglieder und einer Phase der Unsicherheit, in der Vizepräsident John Bexkens und der Schatzmeister Volker Grasberger die Geschicke der RU weitestgehend allein lenkten, konnte die JHV neue Beisitzer für das Präsidium gewinnen.

 

Herausforderungen und Lösungsansätze

Die RU stand in den Monaten vor der Versammlung unter erheblichem Druck. Der mangelnde Präsidiumsbesatz gefährdete die Bewältigung anstehender Aufgaben und die allgemeine Handlungsfähigkeit der RU. Es wurde sogar über Alternativen zur RU nachgedacht, um die langjährigen freundschaftlichen Kontakte der Mitglieder aufrechtzuerhalten.

Unter diesen Vorzeichen dominierte das Thema "Wahlen" die Tagesordnung der JHV. Die eindringlichen Appelle des Vizepräsidenten John Bexkens trugen maßgeblich dazu bei, die Mitglieder zu einer engagierten Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der RU, die Gewinnung neuer Mitglieder und mögliche Reformen zu motivieren.

 

Frische Impulse für die Öffentlichkeitsarbeit

Ein besonderes Highlight der Versammlung waren die Ausführungen eines potenziellen neuen Presseverantwortlichen. Er präsentierte innovative Ideen für eine moderne Öffentlichkeitsarbeit, die darauf abzielen, jüngere Zielgruppen für die RU zu begeistern und die Relevanz des Verbandes auch informellen Gruppen näherzubringen. Hierbei wurde insbesondere die Bedeutung der sozialen Medien hervorgehoben.

 

Präsidium wieder komplett: Einstimmige Wahl und optimistische Zukunft

Von diesem positiven Impuls beflügelt, erklärten sich spontan drei Mitglieder bereit, als Beisitzer im Präsidium mitzuwirken. Die anschließende einstimmige Wahl sorgte für große Erleichterung und eine klare Perspektive nach vorne. Damit ist die Handlungsfähigkeit der RU, auch ohne einen Präsidenten, dank einer engagierten Doppelspitze aus Vizepräsident und Schatzmeister, wieder vollumfänglich gegeben.

Die Jahreshauptversammlung 2025 zeichnete sich durch einen offenen, freundlichen und konstruktiven Austausch aus und konnte zügig und erfolgreich abgeschlossen werden. Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang Vizepräsident John Bexkens für sein außergewöhnliches Engagement und seinen maßgeblichen Beitrag zum Zusammenhalt innerhalb der RU.

 

Gelungenes Rahmenprogramm und Ausblick auf 2026

Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit einem ganztägigen Ausflug in die Stadt Gifhorn, einem vielfältigen kalten und warmen Buffet sowie zahlreichen angenehmen Gesprächen rundete das JHV-Wochenende stimmungsvoll ab. Die Mitglieder blicken nun motiviert auf die zukünftige Entwicklung der RU und freuen sich auf die nächste Jahreshauptversammlung im Jahr 2026. (K.M.)

 

 

 

 

Drei Monate und 27 Tage in der Sonne des Winters

Benicassim als Winterquartier
 

Text und Fotos: Kalle Meyer | Fotos: Anne Büürma


 

Warum Benicassim?

Vielleicht wundert sich der eine oder andere, dass wir einen Ort und sogar denselben Campingplatz zweimal besuchen. Für uns ist das ungewöhnlich, denn normalerweise reisen wir gerne viel und sind stets auf der Suche nach neuen Zielen in ganz Europa. Doch im Winter ist es anders: Dann suchen wir gezielt die Sonne, insbesondere in Spanien. Statt herumzureisen, bevorzugen wir eine feste Station auf einem guten Campingplatz. So lernen wir die Umgebung intensiv kennen und profitieren von attraktiven Langzeitrabatten, die bis zu 65 % betragen können.

 

Im Winter 2023/2024 waren wir bereits in Benicassim, jedoch musste Anne unseren Aufenthalt krankheitsbedingt vorzeitig abbrechen. Erst in Deutschland stellte sich heraus, dass sie drei Bandscheibenvorfälle hatte. Dank schneller und erfolgreicher Behandlung war sie bald wieder wohlauf. Doch sie hatte Benicassim kaum erleben können – ein Grund für uns, in der Wintersaison 2024/25 zurückzukehren und alles nachzuholen.


 

Benicassim – Ein Ort mit Charme

Benicassim ist ein malerischer Küstenort an der Costa del Azahar in der Provinz Castellón. Bekannt für seine Sandstrände, bietet die Altstadt eine entspannte Atmosphäre mit Restaurants, Bars und kleinen Geschäften.

 

Unser Quartier war das Bonterra Resort, ein beliebter Campingplatz in Strandnähe mit modernen Sanitäranlagen, Swimmingpool, Fitnessraum und Restaurant. Besonders praktisch: die direkte Anbindung an die Vía Verde del Mar, eine ehemalige Bahntrasse, die heute als malerischer Rad- und Wanderweg dient.


 

 

Erlebnisse und Highlights

Vía Verde del Mar – Ein Paradies für Radfahrer und Wanderer

 

Die Vía Verde del Mar führt von Benicassim nach Oropesa del Mar und bietet traumhafte Ausblicke auf das Mittelmeer. Wir haben die Strecke oft mit dem Fahrrad erkundet und immer wieder neue, bezaubernde Details entdeckt.

 

Wochenmarkt in Benicassim

 

Jeden Donnerstag verwandelt sich die Altstadt in ein buntes Markttreiben. Hier gibt es alles: frisches Obst, Gemüse, Olivenöl, Käse, Wurst, Brot, aber auch Kleidung, Schuhe, Schmuck und kunstvolle Keramik. Der Markt ist nicht nur ein Einkaufsort, sondern auch ein sozialer Treffpunkt mit spanischer Herzlichkeit.

 

Historischer Wachturm Torre de San Vicente

 

Dieser Turm aus dem 16. Jahrhundert diente einst zur Verteidigung gegen Piraten. Heute ist er ein beliebtes Ausflugsziel mit fantastischem Meerblick.


 

Einkaufen und Versorgung

 

Direkt vor dem Bonterra Resort liegt ein Mercadona-Supermarkt, ein paar Schritte weiter ein Lidl. Zudem gibt es zahlreiche sogenannte China-Läden, in denen es eine kuriose Mischung aus nützlichen und weniger nützlichen Artikeln zu entdecken gibt.


 

Sehenswertes in der Umgebung

 

Miniatureisenbahn in der Placa del Trenet

 

Eine liebevoll betriebene Miniatureisenbahn mit Bahnhöfen, Lokschuppen und Tunnel begeistert nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene.

 

Castellón de la Plana – Ein lebendiges Stadtzentrum

 

Die Stadt Castellón besticht mit ihrer Kathedrale Santa María, dem freistehenden Glockenturm Fadrí und einer geschäftigen Altstadt. Bequem erreichbar mit dem Linienbus, lohnt sich ein Besuch unbedingt.

 

Mirador dels Bancs & Oropesa del Mar

 

Ein Aussichtspunkt mit atemberaubendem Blick auf die Küste und die Vía Verde del Mar. Oropesa beeindruckt mit seiner Altstadt, ihren verwinkelten Gassen und der mittelalterlichen Burg Castell d’Oropesa.

 

Strandspaziergänge und Promenaden

 

Wir genossen ausgedehnte Spaziergänge entlang des Mittelmeers, ob auf der eleganten Promenade oder über den natürlichen Bohlenweg am Strand.

 

Grao de Castellón – Hafenatmosphäre pur

 

Ein charmantes Viertel mit mediterranem Flair, ideal für einen entspannten Nachmittag am Hafen.

 

Desert de les Palmes – Natur pur

 

Ein spektakuläres Naturschutzgebiet mit blühenden Mandelbäumen, kurvigen Serpentinen und atemberaubenden Ausblicken.

 

Castell Vell & Ermita de la Magdalena

 

Das historische Castell thront über Castellón und erinnert an die maurische Vergangenheit. Die angrenzende Einsiedelei bietet einen friedlichen Ort mit fantastischer Aussicht.


 

Feste und Traditionen

 

Paella-Fest in Benicassim

 

Jeden Januar findet ein großes Volksfest zu Ehren des Schutzpatrons San Antonio Abad statt. Das Highlight: unzählige Paellas, direkt auf der Straße zubereitet, begleitet von Musik und kulturellen Darbietungen.


 

Sport & Freizeit

 

Anne nahm regelmäßig an der kostenlosen Wassergymnastik des Campingplatzes teil – ein intensives und erfrischendes Training, das sie sehr genoss.


 

Fazit: Ein Winter voller Erlebnisse

 

Nach drei Monaten und 27 Tagen im Bonterra Resort blicken wir zurück auf eine wunderschöne Zeit. Die Sonne, die freundlichen Menschen und die vielfältigen Erlebnisse machen Benicassim zu einem perfekten Winterquartier. Unser Dank gilt dem gesamten Team des Campingplatzes für ihre Gastfreundschaft. (K.M.)

 

 

 

 

 

Betrug und Diebstahl auch im Winterparadies Spanien…

Anne wurde Opfer von Kriminellen!!!

Text: Kalle Meyer

 

Reisen mit dem Wohnmobil: Ein unerfreuliches Erlebnis in Spanien

Anne und Kalle von womophase.de sind erfahrene Wohnmobilreisende, die regelmäßig Europa erkunden und den Winter im sonnigen Spanien verbringen. Doch ihre letzte Reise brachte nicht nur Sonnenschein, sondern auch eine bittere Erfahrung mit Kriminalität.

 

Die Realität der Kriminalität im Urlaub

Wie überall in Europa sind auch in den beliebten Urlaubsregionen Spaniens Kriminelle aktiv. Taschendiebstähle, insbesondere von Smartphones und Geldbörsen, sowie Einbrüche in Wohnmobile sind keine Seltenheit. Trotz zahlreicher Warnungen von Polizei und Medien trifft es scheinbar immer nur die anderen – bis man selbst betroffen ist.

 

Der Vorfall: Taschendiebstahl und PIN-Ausspähung

Am 14. Januar 2025 wurde Anne beim Einkaufen Opfer eines dreisten Diebstahls. Während des Bezahlvorgangs im Supermarkt gelang es Kriminellen, ihren PIN-Code auszuspähen und unbemerkt ihre Geldbörse aus der Bauchtasche zu entwenden. Der Diebstahl wurde erst später auf dem Campingplatz bemerkt.

 

Sofortige Maßnahmen und Folgen

  • Die EC-Karte wurde umgehend über den Sperrnotruf 116 116 gesperrt.
  • Anzeige bei der Guardia Civil in Spanien und der Polizei in Deutschland wurde erstattet.
  • Die Gemeindeverwaltung wurde über den Verlust der Ausweispapiere informiert.
  • Bei der Überprüfung der Bankkonten am folgenden Tag wurde festgestellt, dass innerhalb von 20 Minuten mehrere tausend Euro abgebucht wurden.

 

Die Reaktion der Bank und der rechtliche Kampf

Die Bank wurde umgehend informiert und Schadensersatzansprüche gemäß § 675v BGB geltend gemacht. Während die Bank für Schäden nach der Kartensperrung haftet, lehnte sie die Haftung für die vor der Sperrung entstandenen Schäden zunächst ab und berief sich auf einen Anscheinsbeweis für leichtfertigen Umgang mit der PIN. Nach energischem Widerspruch und der Androhung rechtlicher Schritte erstattete die Bank jedoch den vollen Schaden.

 

Ein Appell zur Vorsicht

Trotz der positiven Wendung bleiben die Kosten für neue Ausweispapiere und das verlorene Bargeld ein schmerzlicher Verlust. Anne und Kalle appellieren an alle, sorgsam mit EC-Karten und PINs umzugehen. Die Erfahrungen zeigen, dass Kriminalität in Urlaubsregionen allgegenwärtig ist und jeden treffen kann. (K.M.)

 

 

 

 

 

 

Im Wohnmobil nach Benicassim/Spanien – mit einigen Überraschungen

Eine Reise mit unerwarteten Ereignissen, die fast abergläubisch machen könnten...

Text & Fotos: Kalle Meyer, Fotos: Anne Büürma


 

Unsere Reise beginnt

Wir, Anne & Kalle, schreiben für unsere Website www.womophase.de. Unser Motto ist es, jede Reise anders zu gestalten. So haben wir in den letzten Jahren unsere Winterreisen nach Spanien immer über verschiedene Routen geplant und dabei viele Ecken Europas kennengelernt. Diesmal jedoch sollte es direkt nach Spanien gehen – in die Provinz Katalonien. Eines unserer Ziele war das Dalí-Museum in Figueres, für das wir einen passenden Stellplatz in der Nähe auswählten.

 

Da in Katalonien im Oktober und November noch angenehme Temperaturen herrschen, planten wir, einige Wochen in dieser Region zu verbringen, bevor wir Mitte November unser Winterquartier erreichen würden.

 

Unsere Reise begann an einem Sonntag, dem 13. Oktober, gegen 9:00 Uhr. Die gewählte Route führte uns über die A1 quer durch Deutschland bis an die luxemburgische Grenze. Die Strecke bot eine gute Mischung aus landschaftlicher Abwechslung und bequemen Rastplätzen, ideal für unser großes Gespann. Der Verkehr hielt sich in Grenzen, sodass wir mit einer angenehmen Geschwindigkeit von ca. 100 km/h vorankamen.

 

Das Wetter spielte ebenfalls mit, und so erreichten wir problemlos unseren ersten Stellplatz in Diekirch, Luxemburg, direkt an der Sauer. Diese Stadt verbindet Geschichte, Natur und lokale Kultur auf eine entspannte Weise – ein idealer erster Stopp für unsere Reise.


 

Panne in Diekirch: Ein holpriger Start

Leider verlief nicht alles reibungslos. Schon während der Fahrt bereitete uns die Kupplung des Wohnmobils Sorgen. Angekommen in Diekirch, versagte sie komplett. Unser erster Weg am Montagmorgen führte uns zur Garage Grasges, einer FIAT-Werkstatt. Dort wurde uns sofort geholfen. Der Werkstattmeister fuhr unser Wohnmobil ohne Kupplung in die Werkstatt – Diagnose: Kupplung defekt, ein Austausch war unumgänglich. Die Ersatzteile würden am Nachmittag eintreffen, sodass die Reparatur am nächsten Morgen beginnen konnte.

 

Dank der großartigen Hilfsbereitschaft der Werkstatt durften wir auf dem Firmengelände übernachten und erhielten sogar einen Stromanschluss. Die Reparatur wurde zügig und professionell durchgeführt, und der Rechnungsbetrag lag sogar unter dem Kostenvoranschlag. Solch eine FIAT-Werkstatt würden wir uns überall wünschen!

 

Ein weiterer Zwischenfall sorgte für Unannehmlichkeiten: Die Sauer führte Hochwasser, und auf der Uferpromenade hatte sich eine dicke Schicht Schlamm abgelagert. Der Chronist – mutig oder leichtsinnig – wollte sich davon nicht abhalten lassen und zahlte den Preis: Er rutschte aus, stürzte hart auf den Rücken und zog sich schmerzhafte Prellungen an Hinterkopf und Steißbein zu. Ein Vorfall ausgerechnet an einem Sonntag, dem 13. Oktober...


 

Weiterfahrt durch Frankreich: Zwischenstopps mit kleinen Hindernissen

Nach der erfolgreichen Reparatur setzten wir unsere Reise fort. Wir wählten zunächst gebührenfreie Straßen, wechselten dann jedoch auf die Mautautobahn, wo das Fahren entspannter war.

Unsere ersten Zwischenstopps:

  • Il-sur-Tille (Frankreich) – eine ruhige Gemeinde in der Region Burgund, ideal für eine entspannte Pause. Unser Stellplatz funktionierte zwar vollautomatisch, doch die Technik versagte, sodass wir den Service kontaktieren mussten, um die Schranke zu öffnen.
  •  
  • La Voulte-sur-Rhône (Frankreich) – ein malerischer Ort an der Rhône mit einer beeindruckenden Geschichte. In Siurana d’Empordà (Spanien) erreichten wir einen wunderschönen Stellplatz auf dem traditionellen katalanischen Bauernhof Mas Bordas, bekannt für sein erstklassiges Olivenöl. Hier stand unser erster großer Programmpunkt an: der Besuch des Dalí-Museums in Figueres.

 

Figueres und das Dalí-Museum

Da der Chronist durch den Sturz noch immer angeschlagen war, ließen wir uns mit dem Taxi nach Figueres fahren. Auf der Rambla stießen wir zufällig auf einen Flohmarkt, bevor wir mit vielen anderen Besuchern unser Zeitfenster für das Teatre-Museu Dalí nutzen konnten.

 

Dalí war in unseren Augen ein genialer, wenn auch verrückter Künstler. Das Museum erwies sich als absolutes Highlight der bisherigen Reise.


 

Von Estratit bis Cambrils – Entspannung und erneute Pannenhilfe

Nach Figueres ging es weiter nach Estratit, einem charmanten Küstenort an der Costa Brava, berühmt für die Illes Medes, ein geschütztes Meeresreservat. Nach einem Marktbummel setzten wir unsere Reise nach Cambrils an der Costa Dorada fort.

 

Hier ereignete sich die nächste Panne: Beim Startversuch tat sich nichts – der Anlasser gab keinen Mucks von sich. Ein Anruf beim ADAC brachte schnelle Hilfe. Der spanische Pannenhelfer rollte unser Wohnmobil rückwärts vom Abschleppwagen, um den Motor durch Schwung zu starten. In der nahegelegenen FIAT-Werkstatt Motor 23 REUS wurde der Anlasser als Fehlerquelle identifiziert und innerhalb von 1,5 Stunden ausgetauscht – wieder einmal großer Dank an den schnellen und kompetenten Service!


 

Endziel: Benicassim – mit besseren Erinnerungen

Unser letztes Ziel war Benicassim an der Costa del Azahar. Hier waren wir bereits im letzten Winter, doch damals musste Anne aufgrund gesundheitlicher Probleme die Reise abbrechen. Nun wollten wir all das nachholen, was uns zuvor verwehrt geblieben war.

 

Der Campingplatz Bonterra Resort erwies sich als perfekte Basis: Er bietet eine exzellente Infrastruktur, einen Pool, Fitnessräume und liegt nahe der malerischen Via Verde, die sich perfekt zum Radfahren und Wandern eignet.

 

Nun heißt es für uns: ankommen, entspannen und all die schönen Seiten der Region genießen.

 

Ein ausführlicher Bericht dazu folgt in einem weiteren Artikel! (K.M.)

 

 

 

 

 

Unterwegs im Elbe-Weser-Dreieck (September 2024)

Überraschend unspektakulär, doch wunderschön…

Text und Fotos: Kalle Meyer, Fotos: Anne Büürma

(www.womophase.de)

 

 

Einleitung

"Nichts ist so beständig wie der Wandel." – Heraklit von Ephesus (535-475 v. Chr.)

Diese Weisheit beschreibt unsere Flexibilität, Pläne zu ändern und spontan Neues zu entdecken. Da unser ursprünglich geplantes Familienwochenende ausfiel, entschieden wir uns für eine Reise ins Elbe-Weser-Dreieck, eine Region, die uns schon lange interessierte.

 

Die Reise beginnt

Nach einer unvorhergesehenen Verzögerung durch eine Heizungsreparatur konnten wir am 4. September 2024 starten. Drei Stunden Fahrt durch wechselhaftes Wetter führten uns zu unserem ersten Ziel: Bremervörde.

Bremervörde – Natur und Erholung am Vörder See

Die Kleinstadt in Niedersachsen besticht durch den idyllischen Vörder See, der zu Spaziergängen, Bootsfahrten und Picknicks einlädt. Unser Wohnmobilstellplatz lag direkt am Wasser – perfekt für Erkundungen per Rad oder zu Fuß.

 

Erlebnisse in Bremervörde:

  • Spaziergang um den Vörder See und Besuch des kleinen Hafens.
  • Einkauf im lokalen Edeka nach einer Radtour.
  • Besuch des Wochenmarkts, um regionale Produkte zu entdecken.
  • Treffen mit Freunden Erika & Wilfried, die hier leben.

Die erste Nacht forderte uns mit heftigem Gewitter heraus, doch am Morgen wurden wir mit Sonnenschein belohnt.

 

Radtour entlang der Oste

Ein Highlight war unsere Tour entlang der Oste, einem Nebenfluss der Elbe. Wir radelten durch eine naturnahe Wiesenlandschaft bis zur Prahm Fähre in Gräpel, einer der letzten noch in Betrieb befindlichen Oste-Fähren. Unterwegs suchten wir die Einmündung des Oste-Hamme-Kanals – nicht ganz erfolgreich, aber dennoch ein lohnendes Ausflugsziel.

Ein weiteres Ziel war die Ostetalbrücke, eine versteckte Sehenswürdigkeit inmitten eines Waldes. Der Rückweg zum Stellplatz führte uns durch eine herrliche Naturstrecke.

 

Stade – Eine Enttäuschung

Stade sollte ein weiteres Ziel sein, doch unser Aufenthalt dort fiel kurz aus. Die Stadtverwaltung verbietet Wohnmobilisten das Mitbringen von Anhängern, obwohl ausreichend Platz vorhanden war. Die hohen Stellplatzgebühren und diese restriktive Regelung ließen uns Stade schnell verlassen.

 

Otterndorf – Historische Fachwerkstadt am "Grünen Strand"

Otterndorf beeindruckte uns mit seiner Mischung aus Natur, Geschichte und Freizeitangeboten.

Sehenswürdigkeiten:

  • Der "Grüne Strand", ideal für Familien.
  • Die Altstadt mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.
  • Kleine Läden und Restaurants, die für lebendige Atmosphäre sorgen.

Eine ausgiebige Radtour durch die Altstadt zeigte uns, wie gepflegt die historischen Gebäude sind. Die Kombination aus Tradition und Moderne macht Otterndorf zu einem besonderen Ort.

 

Wetterumschwung und Heimreise

Ein Sturm mit starkem Regen und heftigem Wind setzte unserer Reise ein abruptes Ende. Die Wetterprognose versprach keine Besserung, sodass wir die Heimreise antraten.

 

Fazit

Bremervörde

  • Eine Stadt mit hohem Freizeitwert dank des Vörder Sees.
  • Idealer Ausgangspunkt für Radtouren entlang der Oste.
  • Treffpunkt mit alten Freunden bereicherte den Aufenthalt.

Stade

  • Aufgrund fragwürdiger Stellplatzpolitik kein lohnendes Ziel für uns.

Otterndorf

  • Malerische Altstadt mit beeindruckender Fachwerkarchitektur.
  • Interessanter Kontrast zur mediterranen Küste, die wir oft besuchen.
  • Kulinarisches Highlight: Ein Abendessen im Restaurant "Ahoi" von Starkoch Steffen Henssler mit Blick auf die Elbe.

 

Unsere Reise ins Elbe-Weser-Dreieck hat uns viele schöne Momente beschert, und wir werden sicher wiederkommen. (K.M.)

 

 

 

 

Druckversion | Sitemap
Karlgeorg Meyer