Eine ungewöhnliche Reise…
mit Zielen, die sich erst am Horizont entfalten…
April / Mai 2026
Text & Fotos: Kalle Meyer
Fotos: Anne Büürma
Foto-Equipment:
LEICA (professional) SONY (RX series) AKASO (Aktion) INSTA (special effect) LUMIX (Edition)
Prolog
Wenn wir uns in die Hände von Medizinern begeben, merken wir, wie still und leise ein Stück Selbstbestimmung aus unseren Fingern gleitet. Dinge, die wir früher einfach entschieden haben, werden plötzlich abgewogen, verschoben, manchmal ganz aus der Hand genommen.
Seit der Diagnose 2025 beim Chronisten – ein malignes Melanom, schwarzer Hautkrebs – hat sich unser Weg verändert. Er ist steiniger geworden, ungewisser. Die Ärzte-Odyssee geht weiter. Vor ein paar Tagen liegt wieder eine Operation hinter uns. Erleichterung mischt sich mit vorsichtiger Hoffnung: Die Blutwerte sind gut, CT- und Ultraschallbilder zeigen keine Metastasen, keine sichtbaren Spuren des Krebses. Und doch bleibt dieses leise Gefühl im Hintergrund, dieses „Was, wenn …“.
Die Therapie wird umgestellt – weg von den monatlichen Infusionen, hin zu Tabletten. Ein neuer Abschnitt, ein weiterer Versuch, auch das Unsichtbare zu besiegen. Hoffnung und Zweifel gehen dabei Hand in Hand.
Unsere Reisepläne? Sie sind vorsichtiger geworden. Vielleicht auch bewusster. Jeder Aufbruch fühlt sich bedeutender an als früher.
Auch unser Wohnmobil wartet noch auf eine Veränderung – ein Einbau, der uns das Leben unterwegs ein Stück leichter und schöner machen soll. Doch selbst das folgt gerade nicht unserem Zeitplan. Lieferverzögerungen zwingen uns zum Warten. Geduld ist etwas, das wir gerade auf vielen Ebenen lernen.
Und trotzdem brechen wir auf. Wir nehmen das Leben mit, so wie es sich gerade zeigt: ungewiss, aber voller kleiner, wertvoller Momente.
Die JHV 2026 der Reisemobil-Union e.V. in Oberbrombach ist für uns ein Ziel, das wir fest im Blick haben. Nicht nur wegen der Reise – sondern wegen der Menschen. Wegen der Gespräche, des Wiedersehens, des Gefühls, unter Freunden zu sein.
Wie es danach weitergeht, wissen wir nicht. Vielleicht müssen wir umplanen, vielleicht neue Wege finden. Am Ende wird die Gesundheit entscheiden. Wir freuen uns, wenn ihr auch diesmal wieder mitfahrt.
Donnerstag, 23. April 2026
Kilometerstand 128 470
SCHWERTE
Verschlagen hat es uns nach Schwerte – eine charmante Mischung aus historischer Altstadt, Industriekultur und Naturerlebnissen.
Die Autobahn war voll mit LKWs, und auch unsere „Spende“ an die Mineralölindustrie fiel heute beachtlich aus. Trotz der hohen Preise erstaunlich viel Verkehr.
Gestartet sind wir mit den gestrigen Hiobsbotschaften: Das Fachkrankenhaus in Münster plant eine weitere, diesmal stationäre Operation. Bereits im Mai 2026 soll alles stattfinden. Der Therapiewechsel beim Chronisten macht ihm sehr zu schaffen. Umso wichtiger ist es jetzt, sich nicht hängen zu lassen und die Zeit bis zur nächsten OP bewusst mit schönen Erlebnissen zu füllen – das hilft, Abstand von den belastenden Gedanken zu gewinnen.
Schwerte selbst ist mit seinem vorbildlichen Wohnmobilstellplatz eine echte Freude. Alles liegt nah beieinander und ist bequem zu Fuß erreichbar. Wir werden wohl einfach noch ein oder zwei Tage dranhängen.