Steinhude, Weser und noch Diez an der Lahn…
Mai / Juni 2026
Fotos und Text: Kalle Meyer /Anne Büürma
Foto-Equipment:
LEICA (professional) SONY (RX series) AKASO (Aktion) INSTA (special effect) LUMIX (Edition)
Prolog
Von der Gesundheitsfront gibt es fantastische Neuigkeiten: Meine letzte Operation Mitte Mai ist super gelaufen und die Genesung macht große Fortschritte. Eine ordentliche Narbe wird zwar als Souvenir bleiben, aber damit lässt es sich bestens leben.
Die angepasste Tablettentherapie gegen mögliche Mikrometastasen vertrage ich glücklicherweise sehr gut. Und das Beste: Krebszellen sind in meinem Körper derzeit nicht nachweisbar! Insgesamt also die besten Voraussetzungen, um wieder durchzustarten.
Es ist also höchste Zeit, auf Reisen zu gehen! Unser Ziel: das Steinhuder Meer, gefolgt von einer Entdeckungstour an Weser und Werra. Zum Abschluss steht dann noch ein ganz besonderer Termin in Diez an der Lahn an.
Bleibt neugierig, wir werden berichten…
Sonntag, 31. Mai 2026
Kilometerstand: 129 513
STEINHUDE
Starker Regen, volle Autobahnen und zu allem Überfluss auch noch die Tabletten vergessen – so lässt sich unsere Anfahrt nach Steinhude kurz zusammenfassen.
Dort angekommen erwartete uns jedoch ein schöner Stellplatz: sauber, ordentlich und genau so, wie man es sich wünscht.
Unsere Satelliten-TV-Anlage führte zunächst noch eine Zeit lang ihr Eigenleben, bevor sie sich schließlich doch dazu entschloss, das zu tun, wofür sie eigentlich gedacht ist. Dazu kam schönes Wetter, während die Gewitter weit südlich an uns vorbeizogen.
Was will man mehr? Wir haben die Zeit dort in vollen Zügen genossen.
Montag, 01. Juni 2026
Kilometerstand: 129 513
STEINHUDE
Nun hat uns der Juni fest im Griff. Wenn das Wetter so bleibt, darf er gerne bleiben.
Mit unseren Fahrrädern sind wir die wenigen hundert Meter vom Stellplatz zur Uferpromenade geradelt. Man hätte die Strecke auch bequem zu Fuß zurücklegen können, doch den Chronisten plagt eine Schleimbeutelentzündung im rechten Knie. Damit läuft es sich derzeit nicht besonders gut. Deshalb werden nur die notwendigen Wege zu Fuß erledigt; für alles andere kommt das Fahrrad zum Einsatz.
Die Uferpromenade hatten wir an diesem Montag nahezu für uns allein. Ein Privileg, das wir gerne genossen haben.
Dienstag, 02. Juni 2026
Kilometerstand: 129 513
STEINHUDE
Gestern in den Abendstunden zog es uns noch einmal an das Steinhuder Meer. In einem griechischen Restaurant vor Ort haben wir ausgezeichnet gegessen. Danach konnten wir die besondere Stimmung der einsetzenden Dämmerung direkt am Wasser erleben.
Die Ankunft von Ilona und Matthias hat uns sehr gefreut. Wir sehen uns nicht oft, doch wenn wir zusammenkommen, entstehen stets intensive und schöne gemeinsame Stunden.
Mittwoch, 03. Juni 2026
Kilometerstand: 129 513
STEINHUDE
In einer der örtlichen Praxen wurden dem Chronisten die Fäden gezogen, die ihn seit der letzten Operation zusammengehalten hatten. Endlich vom Nähgarn befreit, ließ es sich deutlich leichter durchs Städtchen schlendern. Rein zufällig kreuzte eine Eisdiele unseren Weg – und wie es der Zufall wollte, wurden wir schwach.
Donnerstag, 04. Juni 2026
Kilometerstand: 129 513
STEINHUDE
Mitunter plant man eine Reise zu neuen Zielen, ohne einen Blick auf den Kalender zu werfen. Genau das ist dem Chronisten diesmal passiert.
Eigentlich sollte die Reise heute fortgesetzt werden. Doch der Stellplatz hier in Steinhude füllte sich zusehends mit Reisemobilen. Allmählich dämmerte ihm der Grund: Vielleicht gibt es in einem Nachbarbundesland einen Feiertag, den wir in Niedersachsen nicht haben.
Tatsächlich – in NRW ist heute ein religiöser Feiertag. Viele Menschen nutzen die Gelegenheit und machen mit dem darauffolgenden Freitag als Brückentag gleich ein langes Wochenende daraus. Für die Stellplatzsituation an unseren geplanten Zielen verheißt das allerdings nichts Gutes.
Deshalb bleiben wir in Steinhude, genießen die entspannte Atmosphäre und lassen die Reise erst einmal in ruhigen Bahnen weiterlaufen.
Freitag, 05. Juni 2026
Kilometerstand: 129 513
STEINHUDE
Eine hartnäckige Schleimbeutelentzündung im linken Knie setzt dem Chronisten derzeit gewisse Grenzen. Mit etwas Glück sorgen ein paar Tabletten schon bald für Linderung.
Die Regenwolken gönnten uns dennoch ein trockenes Zeitfenster für einen kleinen Erkundungsspaziergang rund um den Stellplatz. Auf einem nahezu verwunschen wirkenden Weg boten sich immer wieder neue, reizvolle Ausblicke. Ein besonderes Schauspiel lieferten die Störche, die sich beim Füttern ihrer Jungen ungestört beobachten ließen.
Samstag, 06. Juni 2026
Kilometerstand: 129 513
STEINHUDE
Der Tag begann mit ein paar Pflichtaufgaben, die wohl jeder Wohnmobilfahrer kennt: Der Frischwassertank war fast leer, dafür war der Abwassertank (Grauwasser) entsprechend gut gefüllt. Also hieß es zunächst, sich um Ver- und Entsorgung zu kümmern. In Steinhude ist das jedoch überhaupt kein Problem, denn hier steht ein großzügiger Ver- und Entsorgungsbereich zur Verfügung.
Nach der Pflicht folgt bekanntlich die Kür. Mit den Fahrrädern machten wir uns auf den Weg zur Badeinsel. Die Strecke ist kurz, und dort unternahmen wir einen schönen Spaziergang. Anschließend schlenderten wir noch über die Promenade im Ort.
An einem Wochenende herrscht hier reges Treiben: Kinder, begleitet von besorgten Eltern, Oma und Opa, Onkel und Tante – und natürlich gefühlt tausende Radfahrer. Wir waren mittendrin statt nur dabei.
Die Damenwelt stürmte noch einige Bekleidungsgeschäfte, und zum krönenden Abschluss gönnten wir uns eine ordentliche Kalorienbombe in Form eines leckeren Eises.
Alles in allem ein rundum gelungener Tag.
Sonntag, 07. Juni 2026
Kilometerstand: 129 591
BODENWERDER /Weser
Mit viel Gelassenheit und ganz entspannt verließen wir den Stellplatz in Steinhude. Google Maps führte uns über zahlreiche Nebenstraßen unserem nächsten Ziel, Bodenwerder an der Weser, entgegen. Auf den Hauptverkehrsstraßen fand teilweise eine Radsportveranstaltung statt, sodass sich die alternative Route als echter Glücksgriff erwies. Sie führte uns durch eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft, die die Fahrt zu einem besonderen Erlebnis machte.
Schon nach relativ kurzer Zeit erreichten wir den Wohnmobilstellplatz direkt an der Weser in Bodenwerder. Da noch ausreichend Plätze frei waren, konnten wir unseren Standort ganz nach Wunsch auswählen.
Anschließend machten wir einen ersten kleinen Rundgang durch den Ort. Dabei gab es vieles wiederzuentdecken, aber auch Neues zu erkunden. Schließlich waren wir bereits vor vielen Jahren einmal hier gewesen – damals noch mit Fahrrädern, Gepäck und ganz ohne elektrische Unterstützung.
Montag, 08. Juni 2026
Kilometerstand: 129 591
BODENWERDER /Weser
Anne hat die Vorräte unseres Wohnmobils ergänzt. Der nächstgelegene EDEKA-Markt liegt nur wenige Minuten entfernt – eine gute Gelegenheit also, die Bestände wieder aufzufüllen.
Mit unseren Rädern haben wir Bodenwerder erkundet. Längere Strecken sind wegen des etwas lädierten Knies des Chronisten derzeit leider nicht möglich. Dennoch möchten wir den Ort näher kennenlernen und natürlich auch dem Baron von Münchhausen unsere Aufwartung machen.
In der eigentlich sehr schönen Altstadt ist uns der hohe Leerstand vieler Geschäfte aufgefallen. Offensichtlich lassen sich zahlreiche Ladenlokale wirtschaftlich nicht mehr betreiben. Nach unserer Auffassung wäre es an der Zeit, einen Teil dieser leerstehenden Flächen in Wohnraum umzuwandeln. Andernfalls droht auf Dauer, dass immer mehr Gebäude dem Verfall preisgegeben werden. Dabei wäre das angesichts des reizvollen Stadtbildes besonders schade.
Dienstag, 09. Juni 2026
Kilometerstand: 129 742
HOLLAGE
Unsere Aufbautür hatte beschlossen, nur noch gelegentlich zu schließen. Mal funktionierte sie tadellos, mal verweigerte sie die Mitarbeit. Es bestand die durchaus reale Gefahr, dass wir eines Tages entweder nicht mehr ins Wohnmobil hineinkommen – oder nicht mehr heraus.
Der Chronist machte sich daraufhin ans Werk, baute das Türschloss aus und entdeckte den Übeltäter: Ein winziges Bauteil im Inneren war gebrochen. Rückblickend grenzte es an ein Wunder, dass das Schloss überhaupt noch seinen Dienst verrichtet hatte.
Die Nachfrage nach Werkstattterminen bei unseren Händlern brachte das übliche Ergebnis: August oder September 2026. Also praktisch sofort. Wie so oft lautete die Devise daher: Selber machen!
Für die Reparatur haben wir unsere Reise kurzerhand unterbrochen – bevor die Tür endgültig beschlossen hätte, über unsere Bewegungsfreiheit zu bestimmen.