„Mehr als die Vergangenheit interessiert uns die Zukunft, denn in ihr gedenken wir zu leben.“

...frei nach...

 

"ALBERT EINSTEIN"

 

 

Unterwegs in Sachsen und mehr…

 

Wohnmobil-Abenteuer

September 2026

 

 

Text & Fotos: Kalle Meyer / Anne Büürma

 

 

 

Foto-Equipment:

 

  LEICA (professional)     SONY (RX series)           AKASO (Aktion)       INSTA (special effect)      LUMIX (Edition) 

 

 

 

Prolog

 

Die Tage im August haben wir brav genutzt, um auch dem heimischen Mikroklima eine Chance zu geben. Das Fazit: Es gibt tatsächlich ein Leben außerhalb des Fahrersitzes! Wir haben Besuch empfangen, Bekannte heimgesucht und die eigene Terrasse so intensiv genutzt, dass die Liegestühle fast Schichtzulage verlangt hätten. Sogar die Sonne hat mitgespielt und Dauerbetrieb eingelegt.

 

Zwischendurch gab es das Pflichtprogramm: Ärzte wurden abgehakt und der Chronist hat sich in schweißtreibender Liebe der Wohnmobil-Pflege gewidmet. Das gute Stück glänzt nun so spiegelglatt, dass die Fliegen beim Landeversuch ausrutschen – perfekt konserviert für die nächsten Abenteuer. Und genau deshalb hält uns jetzt auch nichts mehr auf dem heimischen Rasen.

 

Neues Spiel, neues Glück: „Unterwegs in Sachsen und mehr“ lautet die Devise für unseren Spätsommer-Trip.

 

Auftakt Ende August: Los geht’s direkt mit dem Campertreffen 2026 in Leipzig (03. – 08. Sept. 2026) – gemütliches Fachsimpeln und Grillgeruch und viel Programm in Leipzig Inklusive.

 

Kür in Sachsen: Danach lassen wir uns treiben und erkunden das Land auf eigene Faust. Ideen gibt es reichlich, der Tank ist voll.

 

Großes Finale: Der krönende Abschluss steigt vom 24. bis 27. September beim Treff-Ost der Reisemobil-Union in Oberhof/Thüringen.

 

Wir freuen uns riesig auf neue Gesichter, spannende Eindrücke und ordentlich Gesprächsstoff. Wie gewohnt halten wir euch hier auf dem Laufenden – bleibt uns gewogen, wir freuen uns auf euch...

 

Es ist wie verhext! Kurz vor unserer Reise nach Sachsen überschlugen sich die Ereignisse – als hätte jemand versucht, uns im Slalom durch den Alltag zu schicken. Aber immer schön der Reihe nach:

 

Das absolute Highlight gab es am Donnerstag, dem 27. August: Der Chronist kehrte mit besten Nachrichten aus der Fachklinik Hornheide in Münster zurück. Die Ärzte gaben grünes Licht für unsere geplante Überwinterung in Andalusien! Die medikamentöse Therapie lässt sich schließlich auch hervorragend unter spanischer Sonne fortführen, das CT zeigt keine Auffälligkeiten, und gegen eine prophylaktische Therapie mit Meerblick hatte dort niemand etwas einzuwenden. Die Rezepte kommen pünktlich – viva España!

 

Kaum war die Freude da, schaute Anne an die Schlafzimmerdecke und entdeckte einen Fleck, der eher nach einem spontanen Indoor-Pool als nach Wohndesign aussah. Ein ausgewachsener Wasserschaden! Die Fachfirma lokalisierte das Leck schnell in der Mieterwohnung über uns und drehte den Hahn zu. Nächste Woche wird repariert, danach übernehmen die Bautrockner das Kommando. Aber hey: Dass wir die nächsten vier Wochen nicht da sind, ist perfektes Timing. So können die Handwerker ungestört krachen und trocknen, während wir auf Achse sind.

 

Als wäre das nicht genug Action, verabschiedete sich am Samstag auch noch Annes Hörhilfe – genauer gesagt blieb das Passstück tief und gemütlich im Gehörgang stecken. Da der Hörakustiker samstags lieber das Wochenende genießt, ging die Reise kurzentschlossen in die Ambulanz des Klinikums Osnabrück. Dort bewies man Schatzsucher-Qualitäten und beförderte das gute Stück wieder erfolgreich ans Tageslicht.

 

Fazit: Drei Großereignisse auf einen Streich – zwei davon hätte zwar kein Mensch gebraucht, aber wir haben sie sportlich weggefrühstückt. Und jetzt? Koffer zu, Kopf aus und ab nach Sachsen!

 

 

 

Sonntag, 30. Aug. 2026

Kilometerstand 132091

Heilbad Heiligenstadt

 

Die letzten Tage waren bei uns… sagen wir mal: dynamisch. War das so geplant? Absolut nicht. Aber wenn es eine Olympsdisziplin im gepflegten Chaos gäbe, stünden wir ganz oben auf dem Treppchen. Wer unseren etwas längeren Prolog gelesen hat, weiß Bescheid.

 

Heute allerdings die radikale Kehrtwende: Keine Turbulenzen, sondern tiefste Entspannung. Der Chronist mutierte zum bestens gelaunten Fahrer und chauffierte uns tiefenentspannt zum Zwischenstopp ins thüringische Heilbad Heiligenstadt. Für uns Neuland – aber was für eins! Ein klasse Stellplatz, ein charmantes Örtchen und als Kirsche auf der Sahne: Das Polizeiorchester Thüringen beim Kurkonzert. Wenn die Ordnungshüter musikalisch so richtig aufdrehen, fesselt das nicht nur den Chronisten, sondern hunderte begeisterte Zuhörer. So geht Verbrechen bekämpfen durch Beschallung!

 

 

 

 

Montag, 31. Aug. 2026

Kilometerstand 132091

Heilbad Heiligenstadt

 

Wer ohne Erwartungen reist, kann nicht enttäuscht werden – aber massiv überrascht! Heiligenstadt hat uns eiskalt erwischt. Und zwar auf die absolut beste Art.

 

Eigentlich wollten wir nur ein paar Tage irgendwo verbringen. Dass wir stattdessen mitten in ein Postkartenmotiv aus feinstem Fachwerk, restaurierten Schätzchen und stilvollen Neubauten stolpern, stand nicht auf unserem Spickzettel. Das Beste daran: Heiligenstadt schummelt nicht! Hier sind nicht nur die Schauseiten für die Touristen poliert. Selbst wenn man falsch abbiegt und in der kleinsten Gasse landet, sieht es immer noch aus wie geleckt.

 

Wir sind also völlig entschleunigt durch die Straßen geschlendert, haben das Panorama aufgesaugt und zum krönenden Abschluss dem tipptopp gepflegten Kurpark an der Leine die Ehre erwiesen. 10 von 10 Punkten – wir bleiben noch!

 

 

 

 

Dienstag, 01. Sept. 2026

Kilometerstand 132091

Heilbad Heiligenstadt

 

Auf dem Weg in die Stadt kommen wir an den echten „Ur-Grünen“ vorbei: Eine Herde Ziegen o. ä. weidet tiefenentspannt die umliegenden Wiesen ab. Mehr Bio-Rasenmäher und Öko-Vibes gehen nun wirklich nicht!

 

Danach ist der Kurpark ein absolutes Pflichtprogramm. Erstens ist er der schönste Weg in die Stadt, zweitens der kürzeste – und wir sind schließlich nicht zum Leiden hier. Jetzt im September geben die Blüten nochmal alles und leuchten um die Wette, als gäbe es keinen Herbst.

 

Es macht uns einfach jedes Mal riesigen Spaß, selbst die verstecktesten Ecken von Heiligenstadt zu durchstöbern. Auch wenn wir genau wissen, dass uns morgen schon wieder der Hafer sticht und es weitergeht: Dieser Ort hat uns mächtig aus den Socken gehauen!

 

 

 

 

Mittwoch, 02. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

 

Nach der gewohnten „Einmal alles raus, einmal alles frisch“-Prozedur winkte der örtliche REWE wie eine Oase in der Wüste. Ein voller Supermarktparkplatz ist ja ohnehin schon ein Abenteuer – veranstaltet man das Ganze allerdings im Gespann aus Wohnmobil und Anhänger, wird die Parkplatzsuche schlagartig zur olympischen Disziplin. Die Disziplin: Zentimeter-Tetris im Schneckentempo. Aber wo ein Wille ist, ist schließlich auch eine Parkfläche (oder zumindest zwei, die man kreativ zusammenlegt).

 

Bestens ausgestattet mit allem, was Herz, Magen und Campingküche so begehren, schwenkten wir endlich auf die Piste Richtung Leipzig. Nach gemütlichen zwei Stunden Fahrt und einer spontanen, ungeplanten Sightseeing-Tour durch Leipzigs schönste Industriegebiete navigierten wir punktgenau auf den Knaus-Campingplatz. Das Timing war unschlagbar: Kerstin und Frank vom Orga-Team strahlten uns an der Rezeption entgegen – sie waren exakt im selben Moment auf den Hof gerollt.

 

 

 

 

Donnerstag, 03. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

 

Momentan herrscht noch trügerische Ruhe auf dem Campingplatz. Bevor die Meute beim „Campertreff“ also kollektiv erwacht, haben wir uns zu einer hochsportlichen Leistung durchgerungen: einem Spaziergang um den Auesee. Völlig ohne Hektik, versteht sich.

 

Die lokale Schmalspurbahn hatte heute leider Ruhetag. Statt einer Zugfahrt gab es für uns also nur ein tiefgründiges Foto von schier unendlichen Gleisen – und ein Eis, das spontan Opfer einer paranormalen Selbstauflösung wurde.

 

 

 

Freitag, 04. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

Nachtrag zum 03. Sept. 2026:

 

Roadtrip-Vibes, Dance und leuchtendes Neonschild: Das Campertreffen 2026 legte einen echten Traumstart hin! In einer Kulisse, die haargenau aus einem US-amerikanischen 50s-Diner entsprungen sein könnte, wurde das Event schwungvoll eröffnet.

 

Frank Stieler, der Chief in Command des Organisationsteams, schnappte sich das Mikrofon und stimmte die Menge mit einer gehörigen Portion Humor und Charme auf die kommenden Tage ein. Nach einer kurzen Tour durchs Programm hieß es schließlich offiziell: Welcome on Board und auf eine unvergessliche gemeinsame Zeit!

 

Die Community nutzte den Abend ausgiebig zum ersten Beschnuppern, denn die Gesichter waren bunt gemischt: Neben treuen Reisemobil-Union-Veteranen mischten etliche neue Crews das Feld auf. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen voller Abenteuerlust – vereint durch das eine große Ziel: gemeinsam eine legendäre Zeit zu haben.

 

Zum krönenden Abschluss blieb natürlich kaum einer auf den Bänken sitzen. Passend zum Kulissen-Feeling wurde zu bester Country-Musik das Tanzbein geschwungen. Wenn dieser Auftakt ein Vorgeschmack auf die nächsten Tage war: Buckle up, folks – das wird großartig!

 

Weiter mit dem Freitag, 04. Sept. 2026:

 

 „Sportlich“ – so lässt sich das straffe Programm am besten zusammenfassen.

 

Während sich eine wackere Truppe zu Fuß aufmachte, um die nähere Umgebung auf Schusters Rappen zu erkunden, schwang sich die zweite Fraktion unter der fachkundigen Regie von Andreas Stolper in den Sattel. Bei einer steifen Brise Gegenwind zeigte sich schnell, wer brav den Akku geladen hatte: Dank eifriger Watt-Unterstützung schoss die E-Bike-Eskorte trotz Sturmstärke locker über den wunderbaren Radweg.

 

Ziel der Etappe war ein ausgesprochen uriges Lokal, das kulinarisch keine Wünsche offenließ. Was die Speisekarte hergab, landete auf den Tellern – und sagen wir es mal so: Es war schlicht und ergreifend ein Gedicht.

 

Die Belohnung für die Mühen folgte auf dem Rückweg zum Knaus-Campingplatz: Mit ordentlich Schiebewind im Rücken segelten alle fast von ganz allein zurück ins Lager.

 

Doch noch nicht genug mit diesem Tag:

 

Am Abend stand eine Kabarett-Dinner-Show auf dem Plan, die dem Wort „Rahmenprogramm“ alle Ehre machte.

Hier gab es nicht nur exquisites Essen in festlicher Atmosphäre, sondern auch beste Stand-up-Comedy im hautnahen Live-Erlebnis. Mit Manni enterte ein echter Profi der Szene die Bühne. Sein aktuelles Programm lautete „Manni geht ans Eingemachte“ – und das war keineswegs zu viel versprochen: Trockener Humor, treffsichere Pointen und kein Thema, das vor ihm sicher war.

Sagen wir es so: Wer nach dem köstlichen Essen dachte, er könnte entspannt verdauen, hatte die Rechnung ohne Mannis Pointen-Feuerwerk gemacht. Ein Abend für Magen und Zwerchfell!

 

 

 

 

Samstag, 05. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

 

Heute stand Leipzig auf dem Programm – und zwar im Doppelpack aus Panoramasicht vom Busfenster und strammem Fußmarsch.

 

Unsere ortskundige Stadtführerin erwies sich als wandelndes Lexikon und verpasste uns eine Tour de Force durch die Leipziger Geschichte, den Stadtverkehr, die Architektur und den Wandel seit der Wende. Zu wirklich jedem Stein wusste sie eine Anekdote.

 

Erster echter Wow-Moment: Das Völkerschlachtdenkmal. Ein gigantischer Koloss von einem Bauwerk! Die schieren Dimensionen rauben einem den Atem, während die historische Kulisse dahinter kräftig zum Nachdenken anregt.

 

Nach der Dosis Gigantismus ging es zur Stärkung in die Traditionsgaststätte „Napoleon“ – kalorientechnisch quasi eine Vorbereitung auf den nächsten Feldzug.

 

Frisch aufgetankt wartete die Leipziger Altstadt: Vorbei an der Thomaskirche (der Heimat der weltberühmten Thomaner) schlenderten wir von Promi-Sehenswürdigkeit zu Promi-Sehenswürdigkeit, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, bis hin zur Nikolaikirche als Wiege der friedlichen Revolution von 1989.

 

Man kann es gar nicht oft genug betonen: Leipzig hat sich herausgeputzt! Die restaurierte Bausubstanz ist eine Wucht, und das quirlige Leben in den unzähligen Cafés, Bars und Restaurants macht einfach Lust auf mehr.

 

 

 

 

Sonntag, 06. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

 

Dass Leipzig eine Medienstadt ist, wussten wir – doch was das Orga-Team mit der Führung durch das MDR-Medienzentrum aufgetischt hat, war ein Blick hinter die Kulissen der ganz besonderen Art.

 

Eine sympathische Führerin schickte uns mitten hinein in die Welt der großen Fernseh-Magie und zerlegte unsere TV-Romantik innerhalb von Minuten in ihre Einzelteile. Erste Station: Die berühmte „Sachsenklinik“ aus In aller Freundschaft. Die ernüchternde Erkenntnis? Kein echtes Krankenhaus, keine echten Ärzte – alles reine Studio-Attrappe!

 

Weiter ging das große Entzaubern beim Boulevard-Magazin „Brisant“: Die schicke Studio-Kulisse entpuppte sich als schnöde, knallgrüne Box. Und auch im Nachrichtenstudio kocht man nur mit Wasser: Die Moderations-Profis lesen ihre schlauen Texte ganz entspannt vom Teleprompter ab. Der Einzige, der noch echten Nervenkitzel erlebt, ist der Wettermann: Er muss seine Vorhersage millimetergenau auf die Sekunde timen, bevor die Regie knallhart den Stecker zieht.

 

Fazit: Ein faszinierender und extrem unterhaltsamer Lehrgang in Sachen TV-Trickserei. Da hat unser Orga-Team mal wieder absolut ins Schwarze getroffen!

 

 

 

 

Montag, 07. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

 

Der letzte ganze Tag beim Campertreffen 2026 in Leipzig stand ganz im Zeichen der Tiefenentspannung – eine Disziplin, die von allen Beteiligten ohne Murren und mit absoluter Hingabe gemeistert wurde.

 

Nachmittags ging es direkt in die kulinarische Verlängerung: Kaffee und Kuchen satt! Als wäre das nicht schon Verwöhnung genug, zog das Orga-Team ein Ass aus dem Ärmel und überraschte jeden mit einem genialen Erinnerungsgeschenk. Ab sofort ziert eine Fußmatte mit dem offiziellen Logo des Leipziger Campertreffens die Türschwellen unserer Mobile. Ein perfektes Souvenir: So tritt man die großartigen Erinnerungen an diese Tage künftig im Wortsinn täglich mit Füßen – im allerbesten Sinne! Ein riesiges Dankeschön an das Team für diese fantastische Idee.

 

Aber auch die Truppe ließ sich nicht lumpen. Als Vergeltungsmaßnahme für die Top-Organisation wurden die Macher des Treffens – Andreas & Ute sowie Kerstin & Frank – mit zwei prall gefüllten Präsentkörben voller Leckereien überrascht. Ehrenamt muss schließlich schmecken!

 

Zum stilvollen Ausklang ging es abends auf Schusters Rappen (je nach Beinstärke als „romantischer Spaziergang“ oder „Verdauungswanderung“ deklariert) zu einem gemütlichen Gartenlokal. Bei deftigem Essen, kühlem Bier und einer bestens aufgelegten Live-Band wurde noch einmal ausgiebig das Tanzbein geschwungen.

 

Fazit: Das Orga-Team hat eine absolute Visitenkarte abgegeben! Alles lief wie am Schnürchen, und über die winzigen Kanten, die es vielleicht irgendwo gab, hüllen wir entspannt den Mantel des Vergessens. Und mal unter uns: Den Namen Frank Stieler merken wir uns definitiv – auch für zukünftige Projekte (Stichwort RU). Unsere volle Unterstützung hat er jedenfalls sicher!

 

 

 

 

Dienstag & Mittwoch, 08. + 09. Sept. 2026

Kilometerstand 132415

Meißen

 

Kaum hatten wir den Motor gestartet, standen wir auch schon in Meißen – und direkt an der falschen Einfahrt. Ein Hoch auf die örtlichen Bauarbeiter: Die haben uns nicht nur aus der Patsche geholfen, sondern uns auch gleich den richtigen Weg gewiesen. Dank einer Großbaustelle hatten sich nämlich sämtliche Hinweisschilder buchstäblich in Luft aufgelöst. Als wäre das nicht schon Schnitzeljagd genug, galt es noch das Geheimnis des Schlüsselsystems zu lüften (Den Schlüssel gibt’s im Hallenbad, wo sonst?).

 

Aber Ende gut, alles gut: Schließlich landeten wir auf einem herrlich ruhigen Stellplatz. Perfekt, um die To-do-Liste abzuarbeiten und emsig Artikel zu tippen – unter anderem für die MSa der RU. Fazit des Tages: Alles erledigt, Nerven behalten! Morgen geht die Sachsen-Tour tiefenentspannt weiter.

 

 

 

 

Donnerstag, 10. Sept. 2026

Kilometerstand 132474

PIRNA

 

Pirna läuft uns nicht weg – ganz besonders nicht, solange der Magen noch knurrt! Nach einem Frühstück, das diesen Namen auch verdient (und mindestens zwei Tassen Kaffee/Tee brauchte), haben wir uns entspannt auf den Weg gemacht.

 

Der Campinggott war uns gnädig: An einem Donnerstag findet man hier tatsächlich noch ein freies Plätzchen, ohne seine Seele verkaufen zu müssen. Der super nette Platzwart verriet uns aber direkt mit einem wissenden Lächeln: „Freitag und Wochenende? Vergesst es, da stapeln wir die Wohnmobile!“ Glück gehabt.

 

Kaum war der Anker geworfen, hielt uns nichts mehr. Ein gemütlicher Kilometer Fußmarsch – quasi das ideale Verdauungsschläfchen auf Beinen – und zack, steht man mitten in der Altstadt.

 

Gelesen hatten wir darüber ja schon einiges, aber selbst durch die Gassen zu schlendern ist eben eine ganz andere Hausnummer. Die Häuser sind so picobello restauriert, dass sich Pirna absolut nicht hinter den "großen" Promi-Städten verstecken muss. Ein buntes, wuseliges Treiben, überall Leben in der Bude – kurzum: Hier lässt es sich verdammt gut aushalten!

 

 

 

 

Freitag, 11. Sept. 2026

Kilometerstand 132474

PIRNA

 

Pirna hat uns so sympathisch aufgelauert, dass wir glatt den Ausstieg verpasst und spontan verlängert haben. Wer hier aufmerksam durch die Gassen schlendert, stolpert hinter jeder Ecke über ein neues Fotomotiv – der Winkel-Akkord stimmt einfach!

 

Absoluter Hingucker ist die Stadtkirche St. Marien. Die bekommt zwar von außen aktuell eine Schönheitskur verpasst – was den Fotografen im ersten Moment schmerzt, das Gebäude aber hoffentlich freut. Dafür entschädigt das Innere auf ganzer Linie: Das nennt man wohl reinsten Kirchenprunk! Zwischen 1997 und 2014 wurde hier akribisch saniert. Und man muss neidlos anerkennen: Die Handwerker wussten damals noch ganz genau, an welchem Ende man den Pinsel anfasst.

 

Wer danach noch Puste hat, macht den strammen Spaziergang hoch zur ehemaligen Festung Sonnenstein. Oben thront heute zwar die Verwaltung, aber das Amt belohnt die Schweißperlen mit einem fantastischen Panoramablick über ganz Pirna. Fazit: Jeder Höhenmeter lohnt sich!

 

 

 

 

Samstag, 12. Sept. 2026

Kilometerstand 132474

PIRNA

 

Gestern Abend haben wir uns ins Getümmel der „Pirnaer Einkaufsnacht“ gestürzt – und was soll man sagen? Die lokalen Händler haben wirklich alle Register gezogen! Mit bunter Musik, flotten Tänzen und waghalsiger Akrobatik wurden die Kauflustigen scharenweise angelockt.

 

Ehrlich gesagt fühlte sich das Ganze eher wie ein heimliches kleines Stadtfest an als nach schnödem Shoppen. Das Sahnehäubchen auf dem Ganzen: Hier waren absolut keine teuren Profis am Werk, sondern motivierte Amateure mit Herzblut. Genau diese herrlich unperfekte Atmosphäre hat den Abend so besonders gemacht. Wir haben uns prächtig amüsiert – und das ganz ohne Kaufrausch und leeres Portemonnaie!

 

 

 

 

Sonntag, 13. Sept. 2026

Kilometerstand 132 568

ZITTAU

 

Die Ereignisse des gestrigen Abends haben sich leicht überschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes. Unser Plan war eigentlich denkbar simpel: Mit den Rädern entspannt auf ein kleines Weinfest in Pirna rollen. Aus dem Wein wurde allerdings spontan ein Freistil-Stunt. Annes Fahrrad entschied sich spontan gegen den Ausflug und schickte sie per Salto über den Lenker – genauer gesagt verweigerte die Lenkersicherung völlig ihren Dienst. Da lag sie nun, spektakulär platziert, nur ein paar Meter vom Wohnmobil entfernt.

 

Entwarnung an die Fangemeinde: Es ist zum Glück nichts wirklich Schlimmes passiert! Neben einem gepflegten Schock und ein paar blauen Flecken als Souvenir haben wir noch mal Schwein gehabt.

 

Nach einer Mütze Schlaf sieht die Welt schließlich wieder ganz passabel aus. Gestärkt durch ein opulentes Sonntagsfrühstück ging es recht geschmeidig weiter Richtung Zittau. Google Maps schickte uns brav über die wenigen Landstraßen, die nicht wegen Dauerbaustellen gesperrt waren, und spuckte uns pünktlich in Zittau aus.

 

Hier wurden wir direkt von einem gigantischen Stellplatz und dem Pfeifen der Schmalspurbahn begrüßt. Nachdem das Wohnmobil häuslich eingerichtet war, ging es trotz leicht lädiertem Fahrgestell und ein paar Prellungen noch auf einen richtig schönen Erkundungsgang.

 

 

 

 

Montag, 14. Sept. 2026

Kilometerstand 132 568

ZITTAU

 

Fast in unmittelbarer Sichtweite unseres Stellplatzes liegt ein Supermarkt der Kategorie „Konsumtempel“, der wirklich keine Wünsche offenlässt. Völlig klar, dass hier unsere oberste Pflicht des Tages lag! Unser treuer Hackenporsche stöhnte unter der Last, die Räder standen bedrohlich im negativen Sturz – aber am Ende schluckten die unergründlichen Katakomben unseres Wohnmobils die gesamte Beute spurlos.

 

Später ging es auf Entdeckungstour nach Zittau. Angesichts von Annes Prellungen schalteten wir in den gehobenen Bummelmodus, was der Schönheit der Altstadt keinen Abbruch tat. Bei unserem letzten Besuch vor Jahren sah hier manches noch anders aus; umso schöner war es zu sehen, wie viele Häuser sich inzwischen herausgeputzt haben.

 

Der Höhepunkt folgte auf dem Marktplatz: Tiefenentspannung bei zwei Eisbechern im Großformat. Das Eis des Chronisten kam sogar mit stilvoller Deko in Form eines kleinen Schornsteinfegers daher. Ein witziger Zufall, denn so einen Glücksbringer haben wir seit Neuestem ganz in echt in der Familie – Enkel Tobias hat seine Lehre nämlich erfolgreich gemeistert und darf sich jetzt offiziell Ruß-Experte nennen!

 

 

 

 

Diensttag, 15. Sept. 2026

Kilometerstand 132 568

ZITTAU

 

Nachdem Anne spontan bewiesen hatte, dass man ein Fahrrad auch via Schwalbe über den Lenker verlassen kann, bewies sie echten Mut und stieg tatsächlich wieder auf den Drahtesel. Die fiese Schwachstelle am Rad haben wir prompt mit der Wunderwaffe der Ingenieurskunst repariert: einem einfachen Kabelbinder. Merke: Dumm darf man sein, man muss nur genug Plastikstreifen im Gepäck haben!

 

Das Tagesziel war: Dreiländer-Hopping an einem einzigen Tag.

 

Deutschland Polen: Das Erste, was uns drüben sprichwörtlich den Kiefer herunterklappen ließ, war die Zapfsäule. Diesel für 2,07 € statt der heimischen 2,72 € – da möchte man seinen Motor glatt mit der Gießkanne befüllen.

 

Das Dreiländereck: Nach kurzer Fahrt standen wir wieder an jenem magischen Punkt, den wir schon vor Jahren unsicher gemacht hatten. Ein paar Schritte weiter – zack, Tschechien! Wer zurück nach Deutschland wollte, spart sich die Brücke. Wer keine Angst vor nassen Käsefüßen hat, watet einfach entspannt durch die Neiße.

 

Das Feuchtgebiet am Kristýna-See: In Tschechien ging es auf Abwege. Das Naturschutzgebiet bietet genau einen schmalen Holzweg – der ganze Rest gehört stur der Wildnis. Ein absolutes Frosch- und Libellen-Paradies, in dem die Mücken vermutlich Eintritt verlangen!

 

 

 

 

Mittwoch, 16. Sept. 2026

Kilometerstand 132 623

LASÓW/Polen

 

Wir haben Sachsen spontan den Rücken gekehrt und sind nach Polen türmt! Ganz ehrlich: Die spottbilligen Dieselpreise waren nur eine sehr nette Ausrede. Der wahre Übeltäter für unsere Flucht war der unwiderstehliche „Camper Park Lasów“.

 

Zack – schon sind wir im großen Niederschlesien! Klingt nach einem epischen Wildnis-Abenteuer inklusive Elch-Sichtungen, aber bevor ihr den Suchtrupp losschickt: Wir stehen eigentlich nur ein paar Kurbelumdrehungen hinter der deutschen Grenze. Und keine Sorge, Sachsen – wir kommen wieder, versprochen!

 

Auf dem „Camper Park Lasów“ wurden wir so herzlich empfangen, dass wir uns kurz gefragt haben, ob wir aus Versehen den VIP-Pass gebucht haben. Dass es hier alle Standard-Camper-Einrichtungen gibt, versteht sich von selbst. Das Highlight ist aber die Kulisse: Wir campieren im parkähnlichen Garten eines wunderschön restaurierten Schlosses. Es gibt traumhafte Sitzecken zum Abschalten, einen kleinen Sandstrand für den Nachwuchs (oder für ambitionierte Sandburgenbauer im Erwachsenenalter) und eine Horde Hühner, die stilvoll ihr eigenes Luxus-Areal bewohnen. Die Mitarbeiter lesen einem die Wünsche von den Lippen ab, bevor man sie selbst überhaupt zu Ende gedacht hat.

 

Kurzum: Wer sich hier nicht erholt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen!

 

 

 

 

Donnerstag, 17. Sept. 2026

Kilometerstand 132 623

LASÓW/Polen

 

Wäschetrocknen war angesagt – und plötzlich sah der Platz aus wie eine bunte Flatterband-Parade. Der Chronist nutzte die Zwangspause für eine Inspektion der Sanitäranlagen und zieht den Hut: blitzblank und auf absolutem Höchstniveau, genau wie der gesamte Stell-/Campingplatz!

 

Die verbleibende Trocknungszeit überbrückten wir mit einer kleinen Radtour ins nahe Pieńsk. Es ist halt ehrliche polnische Provinz, aber um die Vorräte mit frischen Lebensmitteln aufzustocken, perfekt geeignet.

 

 

 

 

Freitag, 18. Sept. 2026

Kilometerstand 132 734

COTTBUS

 

Sachsen hat uns wieder – auch wenn Cottbus heimlich, still und leise nach Brandenburg ausgewandert ist!

 

Nachdem wir dem gastfreundlichen Polen schweren Herzens Lebewohl gesagt haben, spülte es uns gen Cottbus. Und siehe da: Auch hier wartet ein schicker Stellplatz direkt am Tierpark auf uns.

 

Wie es die ungeschriebene Camper-Tradition verlangt, führte uns der allererste Weg schnurgerade in die City. Mit dem Drahtesel ist das zum Glück nur ein Katzensprung: Gute zweieinhalb Kilometer Kurbeln, und zack – steht man mit offenem Mund mitten auf dem Marktplatz.

 

Was für eine Kulisse! Prächtige Bürgerhäuser, allesamt so herausgeputzt, als warteten sie auf königlichen Besuch. Dazwischen ein bunter Mix aus edlen Boutiquen und ganz normalen Läden für uns Sterbliche. Visueller Reizüberflutung garantiert! Kulinarisch regiert hier die volle Bandbreite: Von gemütlichen Cafés über Pizzerien und die unvermeidliche Döner-Promenade bis hin zu Eisläden, die gefährlich gut aussehen. Verhungern ist hier definitiv eine Entscheidung, kein Schicksal.

 

Mit bester Laune haben wir uns noch durch die verwinkelten Seitenstraßen treiben lassen. Fazit: Cottbus hat uns am Haken – für morgen steht hier noch einiges auf dem Programm!

 

 

 

 

Samstag, 19. Sept. 2026

Kilometerstand 132 734

COTTBUS

 

Abseits des Marktplatzes bogen wir spontan in den unerforschten Dschungel der Seitengassen ab. Und siehe da: Plötzlich standen wir vor einem früheren Elektrizitätswerk, das sich klammheimlich als herrschaftliche Edel-Villa verkleidet hatte. Offenbar residieren dort heute Leute, die ihren Strom am liebsten mit einer Prise Dekadenz genießen. Unser fachmännisch begründetes Urteil: Lässt sich aushalten!

 

Auch sonst war die Ausbeute an architektonischen Leckerbissen beachtlich. Sogar den Wochenmarkt an der Kirche spürten wir auf. Leider bewies der Marktmeister perfektes Timing für den Feierabend – vor unseren Augen wurde fleißig zusammengepackt. Ein dramatischer Verlust? Keineswegs. Das bedeutete schließlich nur: Mehr Zeit, mehr Platz und absolut kein schlechtes Gewissen bei einer extragroßen Portion Eis auf dem Marktplatz.

 

 

 

 

Sonntag, 20. Sept. 2026

Kilometerstand 133 059

ERFURT

 

Das offizielle Motto dieser Reise lautete „Sachsen & mehr“. Nun ja: Das Hauptziel war tatsächlich Sachsen. Das „Mehr“ entpuppte sich als ungeplanter Bonus-Track in Polen, Brandenburg und schließlich Thüringen – genauer gesagt in der Landeshauptstadt Erfurt.

 

Die Anreise war nicht nur geografisch eine Geduldsprobe. Ein dichtes Netz aus Baustellen und den dazugehörigen Staus sorgte dafür, dass wir jede Asphaltritze ausgiebig bewundern konnten. Als die Autobahn dann vollends dicht war, schaltete das Wetter als Krönung noch auf Dauerregen – Sichtweite: gefühlt zwei Scheibenwischerbreiten. Aber hey: Wir haben es überlebt! Wohlbehalten (und leicht durchgefeuchtet) sind wir schließlich auf dem modernen Stellplatz „Tor zur Stadt“ in Erfurt angerollt.

 

 

 

 

Montag, 21. Sept. 2026

Kilometerstand 133 059

ERFURT

 

Vom Stellplatz aus war es nur ein Katzensprung bis zur Straßenbahn-Endstation – und die Gute wartete tatsächlich schon auf uns (was für ein Timing!). Rund zehn Minuten später standen wir auch schon mitten im Epizentrum des Geschehens. Von wegen müder Wochenstart: Selbst an einem staugrauen Montag brummte Erfurt wie ein aufgeschreckter Bienenstock. Gefühlt die Hälfte der Menschheit war in Touristengruppen unterwegs und lauschte brav den Anekdoten ihrer Stadtführer.

 

Das wahre Highlight folgte jedoch prompt: Nach Jahren Erfurter Abstinenz wurde Anne auf dem Fischmarkt sofort von „Bernd das Brot“ wiedererkannt und gebührend empfangen – seine Begeisterung hielt sich naturgemäß in Grenzen, aber die Arme waren gewohnt weit geöffnet.

 

Danach ging es zum Pflichtprogramm, das für uns aber jedes Mal wieder Kür ist: die Krämerbrücke. Egal ob von außen bestaunt oder mittendrin zwischen den charmanten, wunderbar skurrilen Läden – hier besteht akute Festbummel-Gefahr! Nach einem anschließenden Abstecher durch die Einkaufsmeile meldeten unsere Füße dann Streik an. Aber Schwamm drüber: Morgen ist schließlich auch noch ein Tag für neue Erkundungen!

 

 

 

 

Dienstag, 22. Sept. 2026

Kilometerstand 133 059

ERFURT

 

In Erfurt gibt es gefühlt mehr Sehenswürdigkeiten als Kloßrezepte – das packt doch kein Mensch an einem einzigen Tag! Also haben wir uns die Stadt brav in dreitägige Häppchen eingeteilt.

 

Der Tag heute ist gestartet auf dem Domplatz, wo gerade das Oktoberfest hochgezogen wird (Prioritäten müssen schließlich gesetzt werden). Auf dem Plan: Der Dom, nach Möglichkeit die St. Severi-Kirche und zum krönenden Abschluss die Zitadelle Petersberg. Mehr als genug Sport für heute!

 

Über die gefühlt endlose Freitreppe ging es hoch zum Dom. Und siehe da: Er hatte tatsächlich geöffnet! Die St. Severi-Kirche direkt nebenan hatte allerdings die Schotten dicht. Aber gut, wir wollen mal nicht gierig werden: Eine Kirche reicht für das Seelenheil der Atheisten an einem Tag völlig aus.

 

Danach ging es im Energiesparmodus über den Panoramaweg Richtung Zitadelle. Für das letzte Stück Höhenmeter haben wir uns gepflegt den gläsernen Fahrstuhl gegönnt – wir wollen es mit dem Sightseeing-Fitnessprogramm ja nicht übertreiben. Die Zitadelle, früher mal eine strenge Militärfestung, dient heute glücklicherweise einem viel besseren Zweck: Sie beschert uns einen absolut genialen Ausblick über ganz Erfurt.

 

 

 

 

Mittwoch, 23. Sept. 2026

Kilometerstand 133 059

ERFURT

 

Ciao, du schönes Erfurt! Mit einem lachenden und einem weinenden Auge (und vermutlich auch einem tränenden vom Fahrtwind) verabschieden wir uns. Natürlich nicht, ohne noch eine letzte Ehrenrunde mit der Straßenbahn durchs Zentrum zu drehen – Schienen-Sightseeing vom Feinsten! Dabei haben wir glatt noch ein paar versteckte Ecken entdeckt, die uns bisher gekonnt entwischt sind.

 

Besonderes Highlight unseres Abschieds-Rundgangs: Die Promi-Dichte! Erfurt ist schließlich die Heimat des KiKa, und so läuft man hier ständig Kindheitshelden über den Weg. Käpt’n Blaubeer hat uns zum Abschied keinen Bären aufgebunden, Hein Blöd hat doof geschaut (wie immer) und das Sandmännchen wollte uns fast schon wieder ins Bett schicken.

 

Aber nix da mit Schlafen: Morgen startet das Treffen der Reisemobil-Union e.V. in Oberhof. Die Vorfreude steigt – die Wohnmobil-Motoren laufen gedanklich schon warm!

 

 

 

 

Mittwoch, 24. Sept. 2026

Kilometerstand 133 158

OBERHOF

 

Das linke Hauptfahrlicht hatte wohl spontan beschlossen, eine kreative Pause einzulegen. Nicht weiter tragisch, denn eine extrem zuvorkommende Werkstatt stand schon parat, um das düstere Schicksal mit einer frischen Birne blitzschnell zu erhellen.

 

Nach nur wenigen Minuten war das Werk vollbracht. Auf unsere vorsichtige Frage nach den Kosten für Birne und Arbeitszeit schüttelte man nur entschlossen den Kopf: „Nein, bloß nicht – wir sind einfach froh, wenn wir helfen können!“ Selbst Stunden später schwebten wir noch völlig reizüberflutet auf einer Wolke aus Dankbarkeit über so viel uneigennützige Nächstenliebe. Dieser Helden-Betrieb verdient namentliche Erwähnung: Sternen Service Pfeifer, Meisterwerkstatt, An d. Schmalen Gera 3, 99091 Roter Berg. Selbstverständlich gab es dafür direkt die volle Sternezahl auf Google – Ehrensache!

 

Danach ging es an die nächste Mutprobe: der unvermeidliche Lebensmitteleinkauf. Überlebt! Und schon ging die Fahrt weiter Richtung Oberhof. Die ersten Pioniere des RU-Treffen-Ost hatten dort bereits ihr Lager aufgeschlagen. Wir haben uns nahtlos eingereiht und freuen uns riesig auf ein paar fantastische Tage mit bekannten Gesichtern und neuen Weggefährten!

 

 

 

 

Freitag, 25. Sept. 2026

Kilometerstand 133 158

OBERHOF

 

Annes Mission des Tages das berüchtigte „Mitbring-Buffet“ am Abend mit unserem Anteil daran verköstigen. Auf dem Schlachtplan stand ein Rote-Bete-Salat.

 

Erfahrene Küchen-Veteranen wissen sofort, warum hier scharfe Sicherheitsvorkehrungen galten und Anne ausschließlich in chirurgischen Einmalhandschuhen hantierte – schließlich sollte das Ergebnis auf dem Teller landen und nicht wie ein Tatort aus dem TV-Tatort aussehen.

 

Am Ende hat die Mikro-Chirurgie Früchte getragen: Das Werk ist vollbracht, die Hände blieben unschuldig weiß, und gleich mehrere Schüsseln des pinken Elixiers stehen bereit für den Angriff auf das Buffet.

 

 

Astrid Suhrkamp gab den offiziellen Startschuss fürs Treffen in Oberhof ganz stilvoll – plopp, Gläser hoch, Prost! Kaum war der Sekt geschlürft, ging es dem opulenten Mitbring-Buffet auch schon an den Kragen. Und Himmel, was türmte sich da auf! Von herzhaft bis süß war wirklich für jeden Gaumen gesorgt – ein kulinarisches Schlaraffenland, das selbst eine Heerschau von Feinschmeckern nicht hätte leeren können.

 

Bei glänzender Stimmung und besten Gesprächen verflog die Zeit im Sturzflug. Erst als das Mitternachtsglöckchen schlug, schlichen die letzten wackeren Gäste glücklich aus der gastlichen Festung.

 

 

 

 

Samstag, 26. Sept. 2026

Kilometerstand 133 158

OBERHOF

 

Manche Wohnmobilfahrer rollen sonst mit dreistelligen PS-Zahlen und leicht verrußtem Ego über den Asphalt – da fährt der Schreck natürlich tief in die dieselverwöhnte Seele, wenn man plötzlich auf zwei Hafermotoren downgradet.

 

Aber Überraschung: Das Experiment klappt hervorragend! Das Ganze läuft unter dem wohlwollenden Etikett „Entschleunigung“ (oder wahlweise: Bewegung im Schritttempo ohne Drehzahlen).

 

Mit stoischer Gelassenheit zogen die beiden Kaltblüter – optisch Marke „Brauereipferd“ – das schwere Gefährt bergan Richtung Oberhofer Wintersportstätten. Der Kutscher? Ein Mann von beeindruckendem Wortgeiz. Informationen gab es nur in homöopathischen Dosen, aber wozu auch reden, wenn die Fahrt selbst schon Show genug ist?

 

Nach einem kurzen Abstecher ins Zentrum von Oberhof war der Ausflug ins Entschleunigungsparadies leider auch schon wieder vorbei.

 

Aber Rettung naht bekanntlich auf dem Teller: Thüringer Küche enttäuscht nie. Beim „Waldschrat“ wurde feierlich bewiesen, dass Kalorien in dieser Region als Kulturgut gelten. Der Tag endete schließlich so, wie ein echter Wohnmobil-Trip enden muss: in einer äußerst illustren Runde auf dem Stellplatz.

 

 

 

 

Sonntag, 27. Sept. 2026

Kilometerstand 133 158

HOLLAGE

 

Nach der obligatorischen Abschiedszeremonie – mit viel Winken, Schulterklopfen und den üblichen „Passt auf euch auf“-Rufen – war das „RU-Treffen Oberhof 2026“ zack, Ruckzuck, Geschichte.

 

Für das große Kollektiv hieß es nun: ab auf die Piste gen Heimat. Auch für uns schlug die Stunde der Rückkehr, war Oberhof doch der krönende Finalstopp einer vierwöchigen XXL-Tour durch Sachsen und die angrenzenden Schönheiten der Republik.

 

Die Heimfahrt selbst bot Erholung pur – also völlig ohne Drama, Staus aus der Hölle oder exotische Pannen. Punkt 14:30 Uhr rangierte das Eigenheim auf Rädern schließlich punktgenau auf den heimischen Stellplatz. Ende des Abenteuers, Hallo Alltagsmodus!

 

 

 

 

FAZIT

 

Auf dieser ohnehin schon reich beschenkten Reise gebührt dem Campertreffen in Leipzig 2026 definitiv die Goldmedaille mit Eichenlaub: Stadt, Umland und ein Programm, das selbst eingefleischte Reisemuffel von den Stühlen gerissen hätte!

 

Auch der Rest der Route hatte es in sich: Pirna, Zittau, ein kurzer Schlenker nach Polen, Cottbus und schließlich Erfurt haben sich von ihrer Schokoladenseite gezeigt. Jeder Ort mit ganz eigenem Charme – und genug Stoff, dass unser Festplatten-Gehirn sicher noch ein paar Wochen braucht, um die Flut an Eindrücken vollends zu verarbeiten.

 

Aber nach der Reise ist bekanntlich vor der Reise: Die nächsten Abenteuer köcheln bereits munter in der Pipeline. Bleibt dran, es bleibt spannend!

 

 

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Karlgeorg Meyer
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