Mehr als die Vergangenheit interessiert uns die Zukunft, denn in ihr gedenken wir zu leben.“

...frei nach...

 

"ALBERT EINSTEIN"

 

 

Unterwegs in Sachsen und mehr…

 

Wohnmobil-Abenteuer

September 2026

 

 

Text & Fotos: Kalle Meyer / Anne Büürma

 

 

 

Foto-Equipment:

 

  LEICA (professional)     SONY (RX series)           AKASO (Aktion)       INSTA (special effect)      LUMIX (Edition) 

 

 

 

Prolog

 

Die Tage im August haben wir brav genutzt, um auch dem heimischen Mikroklima eine Chance zu geben. Das Fazit: Es gibt tatsächlich ein Leben außerhalb des Fahrersitzes! Wir haben Besuch empfangen, Bekannte heimgesucht und die eigene Terrasse so intensiv genutzt, dass die Liegestühle fast Schichtzulage verlangt hätten. Sogar die Sonne hat mitgespielt und Dauerbetrieb eingelegt.

 

Zwischendurch gab es das Pflichtprogramm: Ärzte wurden abgehakt und der Chronist hat sich in schweißtreibender Liebe der Wohnmobil-Pflege gewidmet. Das gute Stück glänzt nun so spiegelglatt, dass die Fliegen beim Landeversuch ausrutschen – perfekt konserviert für die nächsten Abenteuer. Und genau deshalb hält uns jetzt auch nichts mehr auf dem heimischen Rasen.

 

Neues Spiel, neues Glück: „Unterwegs in Sachsen und mehr“ lautet die Devise für unseren Spätsommer-Trip.

 

Auftakt Ende August: Los geht’s direkt mit dem Campertreffen 2026 in Leipzig (03. – 08. Sept. 2026) – gemütliches Fachsimpeln und Grillgeruch und viel Programm in Leipzig Inklusive.

 

Kür in Sachsen: Danach lassen wir uns treiben und erkunden das Land auf eigene Faust. Ideen gibt es reichlich, der Tank ist voll.

 

Großes Finale: Der krönende Abschluss steigt vom 24. bis 27. September beim Treff-Ost der Reisemobil-Union in Oberhof/Thüringen.

 

Wir freuen uns riesig auf neue Gesichter, spannende Eindrücke und ordentlich Gesprächsstoff. Wie gewohnt halten wir euch hier auf dem Laufenden – bleibt uns gewogen, wir freuen uns auf euch...

 

Es ist wie verhext! Kurz vor unserer Reise nach Sachsen überschlugen sich die Ereignisse – als hätte jemand versucht, uns im Slalom durch den Alltag zu schicken. Aber immer schön der Reihe nach:

 

Das absolute Highlight gab es am Donnerstag, dem 27. August: Der Chronist kehrte mit besten Nachrichten aus der Fachklinik Hornheide in Münster zurück. Die Ärzte gaben grünes Licht für unsere geplante Überwinterung in Andalusien! Die medikamentöse Therapie lässt sich schließlich auch hervorragend unter spanischer Sonne fortführen, das CT zeigt keine Auffälligkeiten, und gegen eine prophylaktische Therapie mit Meerblick hatte dort niemand etwas einzuwenden. Die Rezepte kommen pünktlich – viva España!

 

Kaum war die Freude da, schaute Anne an die Schlafzimmerdecke und entdeckte einen Fleck, der eher nach einem spontanen Indoor-Pool als nach Wohndesign aussah. Ein ausgewachsener Wasserschaden! Die Fachfirma lokalisierte das Leck schnell in der Mieterwohnung über uns und drehte den Hahn zu. Nächste Woche wird repariert, danach übernehmen die Bautrockner das Kommando. Aber hey: Dass wir die nächsten vier Wochen nicht da sind, ist perfektes Timing. So können die Handwerker ungestört krachen und trocknen, während wir auf Achse sind.

 

Als wäre das nicht genug Action, verabschiedete sich am Samstag auch noch Annes Hörhilfe – genauer gesagt blieb das Passstück tief und gemütlich im Gehörgang stecken. Da der Hörakustiker samstags lieber das Wochenende genießt, ging die Reise kurzentschlossen in die Ambulanz des Klinikums Osnabrück. Dort bewies man Schatzsucher-Qualitäten und beförderte das gute Stück wieder erfolgreich ans Tageslicht.

 

Fazit: Drei Großereignisse auf einen Streich – zwei davon hätte zwar kein Mensch gebraucht, aber wir haben sie sportlich weggefrühstückt. Und jetzt? Koffer zu, Kopf aus und ab nach Sachsen!

 

 

 

Sonntag, 30. Aug. 2026

Kilometerstand 132091

Heilbad Heiligenstadt

 

Die letzten Tage waren bei uns… sagen wir mal: dynamisch. War das so geplant? Absolut nicht. Aber wenn es eine Olympsdisziplin im gepflegten Chaos gäbe, stünden wir ganz oben auf dem Treppchen. Wer unseren etwas längeren Prolog gelesen hat, weiß Bescheid.

 

Heute allerdings die radikale Kehrtwende: Keine Turbulenzen, sondern tiefste Entspannung. Der Chronist mutierte zum bestens gelaunten Fahrer und chauffierte uns tiefenentspannt zum Zwischenstopp ins thüringische Heilbad Heiligenstadt. Für uns Neuland – aber was für eins! Ein klasse Stellplatz, ein charmantes Örtchen und als Kirsche auf der Sahne: Das Polizeiorchester Thüringen beim Kurkonzert. Wenn die Ordnungshüter musikalisch so richtig aufdrehen, fesselt das nicht nur den Chronisten, sondern hunderte begeisterte Zuhörer. So geht Verbrechen bekämpfen durch Beschallung!

 

 

 

 

Montag, 31. Aug. 2026

Kilometerstand 132091

Heilbad Heiligenstadt

 

Wer ohne Erwartungen reist, kann nicht enttäuscht werden – aber massiv überrascht! Heiligenstadt hat uns eiskalt erwischt. Und zwar auf die absolut beste Art.

 

Eigentlich wollten wir nur ein paar Tage irgendwo verbringen. Dass wir stattdessen mitten in ein Postkartenmotiv aus feinstem Fachwerk, restaurierten Schätzchen und stilvollen Neubauten stolpern, stand nicht auf unserem Spickzettel. Das Beste daran: Heiligenstadt schummelt nicht! Hier sind nicht nur die Schauseiten für die Touristen poliert. Selbst wenn man falsch abbiegt und in der kleinsten Gasse landet, sieht es immer noch aus wie geleckt.

 

Wir sind also völlig entschleunigt durch die Straßen geschlendert, haben das Panorama aufgesaugt und zum krönenden Abschluss dem tipptopp gepflegten Kurpark an der Leine die Ehre erwiesen. 10 von 10 Punkten – wir bleiben noch!

 

 

 

 

Dienstag, 01. Sept. 2026

Kilometerstand 132091

Heilbad Heiligenstadt

 

Auf dem Weg in die Stadt kommen wir an den echten „Ur-Grünen“ vorbei: Eine Herde Ziegen o. ä. weidet tiefenentspannt die umliegenden Wiesen ab. Mehr Bio-Rasenmäher und Öko-Vibes gehen nun wirklich nicht!

 

Danach ist der Kurpark ein absolutes Pflichtprogramm. Erstens ist er der schönste Weg in die Stadt, zweitens der kürzeste – und wir sind schließlich nicht zum Leiden hier. Jetzt im September geben die Blüten nochmal alles und leuchten um die Wette, als gäbe es keinen Herbst.

 

Es macht uns einfach jedes Mal riesigen Spaß, selbst die verstecktesten Ecken von Heiligenstadt zu durchstöbern. Auch wenn wir genau wissen, dass uns morgen schon wieder der Hafer sticht und es weitergeht: Dieser Ort hat uns mächtig aus den Socken gehauen!

 

 

 

 

Mittwoch, 02. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

 

Nach der gewohnten „Einmal alles raus, einmal alles frisch“-Prozedur winkte der örtliche REWE wie eine Oase in der Wüste. Ein voller Supermarktparkplatz ist ja ohnehin schon ein Abenteuer – veranstaltet man das Ganze allerdings im Gespann aus Wohnmobil und Anhänger, wird die Parkplatzsuche schlagartig zur olympischen Disziplin. Die Disziplin: Zentimeter-Tetris im Schneckentempo. Aber wo ein Wille ist, ist schließlich auch eine Parkfläche (oder zumindest zwei, die man kreativ zusammenlegt).

 

Bestens ausgestattet mit allem, was Herz, Magen und Campingküche so begehren, schwenkten wir endlich auf die Piste Richtung Leipzig. Nach gemütlichen zwei Stunden Fahrt und einer spontanen, ungeplanten Sightseeing-Tour durch Leipzigs schönste Industriegebiete navigierten wir punktgenau auf den Knaus-Campingplatz. Das Timing war unschlagbar: Kerstin und Frank vom Orga-Team strahlten uns an der Rezeption entgegen – sie waren exakt im selben Moment auf den Hof gerollt.

 

 

 

 

Donnerstag, 03. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

 

Momentan herrscht noch trügerische Ruhe auf dem Campingplatz. Bevor die Meute beim „Campertreff“ also kollektiv erwacht, haben wir uns zu einer hochsportlichen Leistung durchgerungen: einem Spaziergang um den Auesee. Völlig ohne Hektik, versteht sich.

 

Die lokale Schmalspurbahn hatte heute leider Ruhetag. Statt einer Zugfahrt gab es für uns also nur ein tiefgründiges Foto von schier unendlichen Gleisen – und ein Eis, das spontan Opfer einer paranormalen Selbstauflösung wurde.

 

 

 

Freitag, 04. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

Nachtrag zum 03. Sept. 2026:

 

Roadtrip-Vibes, Dance und leuchtendes Neonschild: Das Campertreffen 2026 legte einen echten Traumstart hin! In einer Kulisse, die haargenau aus einem US-amerikanischen 50s-Diner entsprungen sein könnte, wurde das Event schwungvoll eröffnet.

 

Frank Stieler, der Chief in Command des Organisationsteams, schnappte sich das Mikrofon und stimmte die Menge mit einer gehörigen Portion Humor und Charme auf die kommenden Tage ein. Nach einer kurzen Tour durchs Programm hieß es schließlich offiziell: Welcome on Board und auf eine unvergessliche gemeinsame Zeit!

 

Die Community nutzte den Abend ausgiebig zum ersten Beschnuppern, denn die Gesichter waren bunt gemischt: Neben treuen Reisemobil-Union-Veteranen mischten etliche neue Crews das Feld auf. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen voller Abenteuerlust – vereint durch das eine große Ziel: gemeinsam eine legendäre Zeit zu haben.

 

Zum krönenden Abschluss blieb natürlich kaum einer auf den Bänken sitzen. Passend zum Kulissen-Feeling wurde zu bester Country-Musik das Tanzbein geschwungen. Wenn dieser Auftakt ein Vorgeschmack auf die nächsten Tage war: Buckle up, folks – das wird großartig!

 

Weiter mit dem Freitag, 04. Sept. 2026:

 

 „Sportlich“ – so lässt sich das straffe Programm am besten zusammenfassen.

 

Während sich eine wackere Truppe zu Fuß aufmachte, um die nähere Umgebung auf Schusters Rappen zu erkunden, schwang sich die zweite Fraktion unter der fachkundigen Regie von Andreas Stolper in den Sattel. Bei einer steifen Brise Gegenwind zeigte sich schnell, wer brav den Akku geladen hatte: Dank eifriger Watt-Unterstützung schoss die E-Bike-Eskorte trotz Sturmstärke locker über den wunderbaren Radweg.

 

Ziel der Etappe war ein ausgesprochen uriges Lokal, das kulinarisch keine Wünsche offenließ. Was die Speisekarte hergab, landete auf den Tellern – und sagen wir es mal so: Es war schlicht und ergreifend ein Gedicht.

 

Die Belohnung für die Mühen folgte auf dem Rückweg zum Knaus-Campingplatz: Mit ordentlich Schiebewind im Rücken segelten alle fast von ganz allein zurück ins Lager.

 

Doch noch nicht genug mit diesem Tag:

 

Am Abend stand eine Kabarett-Dinner-Show auf dem Plan, die dem Wort „Rahmenprogramm“ alle Ehre machte.

Hier gab es nicht nur exquisites Essen in festlicher Atmosphäre, sondern auch beste Stand-up-Comedy im hautnahen Live-Erlebnis. Mit Manni enterte ein echter Profi der Szene die Bühne. Sein aktuelles Programm lautete „Manni geht ans Eingemachte“ – und das war keineswegs zu viel versprochen: Trockener Humor, treffsichere Pointen und kein Thema, das vor ihm sicher war.

Sagen wir es so: Wer nach dem köstlichen Essen dachte, er könnte entspannt verdauen, hatte die Rechnung ohne Mannis Pointen-Feuerwerk gemacht. Ein Abend für Magen und Zwerchfell!

 

 

 

 

Samstag, 05. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

 

Heute stand Leipzig auf dem Programm – und zwar im Doppelpack aus Panoramasicht vom Busfenster und strammem Fußmarsch.

 

Unsere ortskundige Stadtführerin erwies sich als wandelndes Lexikon und verpasste uns eine Tour de Force durch die Leipziger Geschichte, den Stadtverkehr, die Architektur und den Wandel seit der Wende. Zu wirklich jedem Stein wusste sie eine Anekdote.

 

Erster echter Wow-Moment: Das Völkerschlachtdenkmal. Ein gigantischer Koloss von einem Bauwerk! Die schieren Dimensionen rauben einem den Atem, während die historische Kulisse dahinter kräftig zum Nachdenken anregt.

 

Nach der Dosis Gigantismus ging es zur Stärkung in die Traditionsgaststätte „Napoleon“ – kalorientechnisch quasi eine Vorbereitung auf den nächsten Feldzug.

 

Frisch aufgetankt wartete die Leipziger Altstadt: Vorbei an der Thomaskirche (der Heimat der weltberühmten Thomaner) schlenderten wir von Promi-Sehenswürdigkeit zu Promi-Sehenswürdigkeit, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, bis hin zur Nikolaikirche als Wiege der friedlichen Revolution von 1989.

 

Man kann es gar nicht oft genug betonen: Leipzig hat sich herausgeputzt! Die restaurierte Bausubstanz ist eine Wucht, und das quirlige Leben in den unzähligen Cafés, Bars und Restaurants macht einfach Lust auf mehr.

 

 

 

 

Sonntag, 06. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

 

Dass Leipzig eine Medienstadt ist, wussten wir – doch was das Orga-Team mit der Führung durch das MDR-Medienzentrum aufgetischt hat, war ein Blick hinter die Kulissen der ganz besonderen Art.

 

Eine sympathische Führerin schickte uns mitten hinein in die Welt der großen Fernseh-Magie und zerlegte unsere TV-Romantik innerhalb von Minuten in ihre Einzelteile. Erste Station: Die berühmte „Sachsenklinik“ aus In aller Freundschaft. Die ernüchternde Erkenntnis? Kein echtes Krankenhaus, keine echten Ärzte – alles reine Studio-Attrappe!

 

Weiter ging das große Entzaubern beim Boulevard-Magazin „Brisant“: Die schicke Studio-Kulisse entpuppte sich als schnöde, knallgrüne Box. Und auch im Nachrichtenstudio kocht man nur mit Wasser: Die Moderations-Profis lesen ihre schlauen Texte ganz entspannt vom Teleprompter ab. Der Einzige, der noch echten Nervenkitzel erlebt, ist der Wettermann: Er muss seine Vorhersage millimetergenau auf die Sekunde timen, bevor die Regie knallhart den Stecker zieht.

 

Fazit: Ein faszinierender und extrem unterhaltsamer Lehrgang in Sachen TV-Trickserei. Da hat unser Orga-Team mal wieder absolut ins Schwarze getroffen!

 

 

 

 

Montag, 07. Sept. 2026

Kilometerstand 132293

LEIPZIG

 

Der letzte ganze Tag beim Campertreffen 2026 in Leipzig stand ganz im Zeichen der Tiefenentspannung – eine Disziplin, die von allen Beteiligten ohne Murren und mit absoluter Hingabe gemeistert wurde.

 

Nachmittags ging es direkt in die kulinarische Verlängerung: Kaffee und Kuchen satt! Als wäre das nicht schon Verwöhnung genug, zog das Orga-Team ein Ass aus dem Ärmel und überraschte jeden mit einem genialen Erinnerungsgeschenk. Ab sofort ziert eine Fußmatte mit dem offiziellen Logo des Leipziger Campertreffens die Türschwellen unserer Mobile. Ein perfektes Souvenir: So tritt man die großartigen Erinnerungen an diese Tage künftig im Wortsinn täglich mit Füßen – im allerbesten Sinne! Ein riesiges Dankeschön an das Team für diese fantastische Idee.

 

Aber auch die Truppe ließ sich nicht lumpen. Als Vergeltungsmaßnahme für die Top-Organisation wurden die Macher des Treffens – Andreas & Ute sowie Kerstin & Frank – mit zwei prall gefüllten Präsentkörben voller Leckereien überrascht. Ehrenamt muss schließlich schmecken!

 

Zum stilvollen Ausklang ging es abends auf Schusters Rappen (je nach Beinstärke als „romantischer Spaziergang“ oder „Verdauungswanderung“ deklariert) zu einem gemütlichen Gartenlokal. Bei deftigem Essen, kühlem Bier und einer bestens aufgelegten Live-Band wurde noch einmal ausgiebig das Tanzbein geschwungen.

 

Fazit: Das Orga-Team hat eine absolute Visitenkarte abgegeben! Alles lief wie am Schnürchen, und über die winzigen Kanten, die es vielleicht irgendwo gab, hüllen wir entspannt den Mantel des Vergessens. Und mal unter uns: Den Namen Frank Stieler merken wir uns definitiv – auch für zukünftige Projekte (Stichwort RU). Unsere volle Unterstützung hat er jedenfalls sicher!

 

 

 

 

Dienstag & Mittwoch, 08. + 09. Sept. 2026

Kilometerstand 132415

Meißen

 

Kaum hatten wir den Motor gestartet, standen wir auch schon in Meißen – und direkt an der falschen Einfahrt. Ein Hoch auf die örtlichen Bauarbeiter: Die haben uns nicht nur aus der Patsche geholfen, sondern uns auch gleich den richtigen Weg gewiesen. Dank einer Großbaustelle hatten sich nämlich sämtliche Hinweisschilder buchstäblich in Luft aufgelöst. Als wäre das nicht schon Schnitzeljagd genug, galt es noch das Geheimnis des Schlüsselsystems zu lüften (Den Schlüssel gibt’s im Hallenbad, wo sonst?).

 

Aber Ende gut, alles gut: Schließlich landeten wir auf einem herrlich ruhigen Stellplatz. Perfekt, um die To-do-Liste abzuarbeiten und emsig Artikel zu tippen – unter anderem für die MSa der RU. Fazit des Tages: Alles erledigt, Nerven behalten! Morgen geht die Sachsen-Tour tiefenentspannt weiter.

 

 

 

 

Donnerstag, 10. Sept. 2026

Kilometerstand 132474

PIRNA

 

Pirna läuft uns nicht weg – ganz besonders nicht, solange der Magen noch knurrt! Nach einem Frühstück, das diesen Namen auch verdient (und mindestens zwei Tassen Kaffee/Tee brauchte), haben wir uns entspannt auf den Weg gemacht.

 

Der Campinggott war uns gnädig: An einem Donnerstag findet man hier tatsächlich noch ein freies Plätzchen, ohne seine Seele verkaufen zu müssen. Der super nette Platzwart verriet uns aber direkt mit einem wissenden Lächeln: „Freitag und Wochenende? Vergesst es, da stapeln wir die Wohnmobile!“ Glück gehabt.

 

Kaum war der Anker geworfen, hielt uns nichts mehr. Ein gemütlicher Kilometer Fußmarsch – quasi das ideale Verdauungsschläfchen auf Beinen – und zack, steht man mitten in der Altstadt.

 

Gelesen hatten wir darüber ja schon einiges, aber selbst durch die Gassen zu schlendern ist eben eine ganz andere Hausnummer. Die Häuser sind so picobello restauriert, dass sich Pirna absolut nicht hinter den "großen" Promi-Städten verstecken muss. Ein buntes, wuseliges Treiben, überall Leben in der Bude – kurzum: Hier lässt es sich verdammt gut aushalten!

 

 

 

 

Freitag, 11. Sept. 2026

Kilometerstand 132474

PIRNA

 

Pirna hat uns so sympathisch aufgelauert, dass wir glatt den Ausstieg verpasst und spontan verlängert haben. Wer hier aufmerksam durch die Gassen schlendert, stolpert hinter jeder Ecke über ein neues Fotomotiv – der Winkel-Akkord stimmt einfach!

 

Absoluter Hingucker ist die Stadtkirche St. Marien. Die bekommt zwar von außen aktuell eine Schönheitskur verpasst – was den Fotografen im ersten Moment schmerzt, das Gebäude aber hoffentlich freut. Dafür entschädigt das Innere auf ganzer Linie: Das nennt man wohl reinsten Kirchenprunk! Zwischen 1997 und 2014 wurde hier akribisch saniert. Und man muss neidlos anerkennen: Die Handwerker wussten damals noch ganz genau, an welchem Ende man den Pinsel anfasst.

 

Wer danach noch Puste hat, macht den strammen Spaziergang hoch zur ehemaligen Festung Sonnenstein. Oben thront heute zwar die Verwaltung, aber das Amt belohnt die Schweißperlen mit einem fantastischen Panoramablick über ganz Pirna. Fazit: Jeder Höhenmeter lohnt sich!

 

 

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Karlgeorg Meyer